Samstag, 6. September 2014

Review: Witchblood - Hail to Lyderhorn (CD, Wolftyr Productions / Aurora Australis Records / Blasphemous Terror Records)

Witchblood ist so eine Band, die bisher wohl total an mir vorbei gegangen ist. Naja, eigentlich kann man bisher auch lediglich auf eine Demo sowie eine E.P. zurückblicken. Witchblood ist ein Projekt der Musikerin Iron Meggido aus Amiland, welche neben ihrer Arbeit bei Witchblood auch bei Hekseri als Sängerin und Gitarristin aktiv ist. Zudem hat sie mit Belphegor aus Österreich einige Songs eingesungen. Ok, das war mir bis dato auch nicht bekannt, da ich weder Hekseri kenne, noch mich mit der Musik von Belphegor befasse - aber Internet sei Dank, kann sich ja mittlerweile jeder über alles informieren.



Nun gut, kommen wir aber wieder zurück zu Witchblood. Die Kombination Frontfrau, Herkunft und dann auch der Musik, die ich bei ersten Durchlauf hörte, weckte in mir gleich Assoziationen mit Demonic Christ, die ja bald irgendwann in naher oder ferner Zukunft auch ihr neues Album raushauen wollen. So weit hergeholt ist dieser Vergleich dann auch bei weitem nicht. Zelebriert man doch wie schon erwähnt einen ähnlichen Stil, der auf dem Grundgerüst des Black Metal aufbaut, aber auch sehr viel Thrash inne hat und sogar einige Death Doom Einflüsse aufweist. Wenn ich es so recht bedenke, finde ich das erste Album von Witchblood sogar um einiges geiler, da detailreicher und einfach druckvoller, als die bisherigen Arbeiten ihrer amerikanischen Kollegen. Persönliches Highlight für mich stellt eindeutig "Except of Ice" dar, der alle Voraussetzungen zu einem Album-Höhepunkt aufweist: mit über acht Minuten ist er der längste Song, befindet sich genau in der Mitte der Setlist platziert, ist weist neben dem ganzen Black/Death/Thrash Geknüppel auch noch eine wunderbar doomige Epik auf, die auch noch mit dezentem Ambient unterlegt wird. Generell ist das Album aber durchzogen von nicht zu verachtenden Melodieführungen, die jedoch nur indirekt harmonisch wirken, denn sie finden ihren Weg vor allem dorthin, wo sie hin gehören: direkt in die Magengrube des Hörers! So wird bei dem nächsten Lied "Solar Self" wieder ordentlich ein, zwei Gänge höchgeschaltet und es wird geknüppelt, was die Stachelkeulen hergeben. "Repudiation" ist da wiederum rhythmischer und gemächlicherer, fast schon hymnenhaft, vor allem mit diesem langgezogenen Solo-Part der Gitarre im Mittelteil. Einen deutschen Titel gibt es sogar auch noch dazu, samt deutschsprachigem Text, der zwar nicht immer Sinn ergibt, aber immerhin nett gemeint ist. Da ein Teil der Band aus Deutschland stammt, hätte ich mir da vielleicht doch etwas mehr lyrische Professionalität gewünscht.

Fazit:
"Hail to Lyderhorn" stellt ein recht kerniges, aber auch durchaus atmosphärisches und detailreiches Album dar. Wer seinen Black Metal auch mit Thrash, Death und Doom mag, und auch dezenten Ambient-Einschlägen nicht ablehnend gegebenüber steht, sollte hier zumindest mal ein oder zwei Ohren riskieren. Lyderhorn ist übrigens der Name eines Berges nahe bei Bergen, Norwegen, auf dem im 16. Jahrhundert bevorzugt Hexensabbate stattgefunden haben sollen. Daher dann vermutlich auch der Bezug im Titel. Vielleicht geht die Dame ja auch einfach nur gerne wandern - wer weiss das schon. In Deutschland kann die CD über den Vertrieb von Blasphemous Terror Records bezogen werden (die Seite ist aktuell mal wieder offline).

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Lovord til Lyderhorn
02. Ancient Malevolence
03. Alchemy
04. Spirit's Curse
05. Hail to Lyderhorn
06. Except of Ice
07. Solar Self
08. Repudiation
09. Witchblood
10. Funeral Pyre
11. Hexenblut
12. Frøya Invocation

Laufzeit: ca. 53 Minuten 

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