Mittwoch, 3. September 2014

Review: Grudom - Fjølkyngi (LP, Mysticism Productions)

Was! Zur! Hölle! Ist! Das?! Mysticism veröffentlichen mit dieser LP das aktuelle Werk des dänischen Schwarzmetall-Kommandos Grudom, die mir bis dato rein überhaupt nichts sagten. Ergo war die LP auch ein ziemlich Blindkauf, aber ich dachte, wo ich gerade dabei bin, nimmst du die mal mit. Ob das Geld dabei gut investiert wurde, lest ihr im nachfolgenden Bericht...







Wirklich viel ist mir zu diesem Projekt aus Dänemark nicht bekannt. Neben dieser Schallplatte existieren wohl noch zwei CDs, soweit ich das ausmachen konnte, welche jeweils bei Darker Than Black Records veröffentlicht wurden. Doch zurück zu "Fjølkyngi"... das Album (ich nenne ich auf Grund der Laufzeit einfach mal so) beinhaltet drei Lieder, bei insgesamt mehr als 41 Minuten Spielzeit. Seite A enthält dabei den schlicht als "I. Vision" bezeichneten ersten Song, der schon einmal über 20 Minuten für sich beansprucht. Ganz schön happig im ersten Moment. Doch als Hörer mit Hang zum Obskuren, zum Okkulten, zum Rituellen im Black Metal kommt man hier vollends auf seine Kosten. Eine Atmosphärische, die irgendwo zwischen total kranker Schwärze, äußerst psychedelischen Stoner-Klängen, sowie obskurer Doom-Musik und einem Hauch Folklore angesiedelt ist. Und damit komme ich wieder auf die ersten fünf Wörter dieser Rezension zu sprechen: es nahm zwei Anläufe für mich in Anspruch, um diese Musik halbwegs zu erfassen, doch dann, siehe - sie zündet... und das nicht zu knapp. Was Grudom hier bereits mit dem ersten Lied abliefern, ist schlicht als Musik für den speziellen Geschmack zu beschreiben, und wird den selbigen bestimmt nicht bei jedem treffen. Auf der B-Seite finden sich dann die restlichen zwei Lieder "II. Vision" (mehr als 12 Minuten) und "III. Vision" (knappe neun Minuten), die dem ersten Beitrag in Punkto kranker Atmosphäre in nichts aber auch gar nichts nachstehen, und dabei wiederrum durch gezielt eingesetzte Details wieder eine ganz eigene Note bekommen (so erinnern die Synth-Samples aus "II" mich irgendwie an ein altes PC/Konsolen-Spiel, oder auch das Flöten(?)spiel gegen Ende des letzten Stückes).

Fazit:
Ein äußerst interessantes Werk, welches Grudom hier präsentieren. Diese Musik ist so schwarz, so nihilistisch, dass es jedem überzeugten Black Metaller das Herz bluten wird. Hier gibt es nichts Schönes. Keine Harmonie. Nur Tod. Obskure musikalische Mischung, die garantiert nicht jedermanns Geschmack treffen wird - dies aber wohl offensichtlich auch gar nicht beabsichtigt. So ein Werk will nicht jedem gefallen. Von meiner Warte aus absolute Kaufempfehlung! Soweit mir bekannt ist, ist die Platte noch bei Ancient Records (Schweden) und bei Darker Than Black Records, bzw. im Online-Angebot von Merchant Of Death erhältlich - jedoch sollte hier nicht lange überlegt, sondern schnell zugegriffen werden, denn sonderlich viele Exemplare scheint es nicht mehr zu geben (ich sätze hier wie immer bei diesen Labels eine Limitierung von 300 Stück voraus)!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. I
B-02. II
B-03. III

Laufzeit: ca. 42 Minuten

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