Dienstag, 2. September 2014

Review: Bekëth Nexëhmü - De Svarta Riterna (LP, Mysticism Productions)

Eine weitere aktuelle Veröffentlichung aus Schweden stellt die Vinyl-Ausgabe der Kassetten-Demo "De Svarta Riterna" aus der Feder von Bekëth Nexëhmü. Jene mystische Black Metal Kapelle, die mich schon mit ihrem Debüt-Werk voll und ganz in ihren Bannen zu ziehen wusste (hier geht's zur Besprechung). Ob das Niveau gehalten werden kann, und ob es die Musik ein weiteres Mal schafft, mich gefangen zu nehmen... meine Eindrücke nun im folgenden...





Das Erste, was beim hören sofort auffällt: die Produktion ist eine Idee kraft- und druckvoller ausgefallen, als noch bei dem Debüt. Aber kein Grund zur Sorge, die Nihilisten unter euch dürfen beruhigt aufatmen, denn auch diese Aufnahmen hier sind weit entfernt von Begriffen wie "sauber produziert" oder "hochglanzpoliert". Untergrund Black Metal wie er sein soll: dreckig und durchaus kantig, aber auf eine niveauvolle Weise. Geboten werden hier vier überlange Lieder, deren Laufzeit allesamt nicht unter der 10-Minuten-Marke liegen. Das erste Stück bietet gleich zu Anfang auch einen sehr nihilistischen, man möchte glatt sagen grau-monotonen Dark Ambient-Einklang, bis es dann in einen mystisch dargebotenen Black Metal übergeht, dessen Klänge einen wie eh und je direkt einzunehmen wissen. "Hels Frusna Nejder" setzt diesen mystisch, okkult angehauchten und hypnotischen Stil fort und wird seinerseits mit einer Klanglandschaft aus düster-kaltem Dark Ambient beendet. Schnell die Platte gewendet und schon erklingt mir mit "Jörmungandr" der dritte Song entgegen. Eine instrumentale Spielerei aus Gitarren und Ambient im Stile von Burzum ("Filosofem"-Zeiten) ertönt und macht alsbald Platz für einen Black Metal, der zwischen Kälte, Mystik, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und einer über-/antimenschlichen Erhabenheit schwankt. Gerade die Gitarren sind es hier, die einen immer weiter in einen schwarzen Strudel verdammter Seelen zerren. Dann ein gekonnter Tempo-Wechsel am Schlagzeug und es wird rhythmischer und die Musik bekommt wieder etwas hypnotisches. Wiederum ein Wechsel, und das Ganze bekommt sogar ein wenig psychedelische Züge. Und dann geht's auch wieder direkt weiter in den Höllenschlund, diesen alles verschlingenden Moloch. Das letzte Lied beginnt dann wieder deutlich rhythmischer und stellt im ersten Moment gar eine wahre Midtempo-Hymne dar. Doch Bekëth Nexëhmü wäre nicht Bekëth Nexëhmü, wenn den Hörern innerhalb der nächsten 13 Minuten nicht noch ein paar kranke Ideen geboten würden. Da gibt es nihilisten Ambient Black Metal, der in seiner psychopathischen Genialität dann auch wieder etwas an "De dunkla herrarna" erinnert.

Fazit:
Nach dem überragenden Erstling "De dunkla herrarna" folgt nun das zweite Meisterwerk des Schweden. "De svart riterna" ist ein Vorzeigewerk nihilistischen Untergrund Black Metals mit viel Mystik, okkulten Atmosphären, ebenso durchzogen von Verzweiflung und Einsamkeit wie auch von Erhabenheit, welches diese ganzen überproduzierten und überschätzten Pseudo-Bands in ihre Schranken verweist. Zwar zeigt sich die hier vorliegende nicht mehr so krank wie noch das Debüt, was es aber mitnichten zu einem minderwertigen Werk macht. Die Platte wurde auf schwarzes Vinyl gepresst und ist dabei limitiert auf 300 Exemplare. Wie immer nicht durchnummeriert, aber bei Ancient Records, Mysticism Productions und Mystery Of Death kann man sicher sein, dass die angegebenen Stückzahlen stimmen. Erhältlich ist die Platte meines Wissens nach nur noch direkt über den Distro von Ancient Records aus Schweden. HEIL DEM KULT!

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Fenrisulvens Käftar
A-02. Hels Frusna Nejder
B-03. Jörmungandr
B-04. Nidhöggs Härkomst

Laufzeit: ca. 48 Minuten

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