Donnerstag, 4. September 2014

Review: Autumn's Dawn - Gone (CD, Eisenwald Tonschmiede)

Mal etwas Neues von aus dem Hause der deutschen Schmiede Eisenwald. Da habe ich ja schon länger nichts mehr von besprochen. Nun denn, eine der aktuelleren Veröffentlichung ist das Debüt-Album der australischen Musiker Autumn's Dawn, welche als Duo agieren und eine depressive Art des modernen Black Metals spielen.







In der Tat weiss das Album nach einem kurzen Testdurchlauf und anschließender eingehenderer Beschäftigung mit ihm durchaus zu überzeugen und weist dabei auch musikalische Parallelen zu ihren Landsleuten Austere (die es ja leider nicht mehr gibt) oder auch zu dem französischen Projekt Alcest auf. Es geht also durchaus modern klingend zur Sache, so findet sich neben dem von Ambient durchsetzten depressiven Post Black Metal, der so ziemlich typisch für Bands wie Austere war, auch noch Anleihen an den psychedelisch-angehauchten Shoegaze-Stil, wie man ihn von z.B. Alcest gewohnt ist. Sogar meine ich einige Anspielungen an Nevermore zu erkennen. Alles recht nett und sauber produziert, und mit der Atmosphäre wird mitnichten gegeizt. Die Stärken von "Gone" liegen auch ganz klar bei den Instrumenten, so ist das Instrumental "Into The Cold" einfach nur großartig und weist gar Anspielungen an den alten nordischen Black Metal auf. Was in meinen Augen jedoch gar nicht geht, ist der Gesang. Der ist zwar im Prinzip nicht schlecht, und der Klargesang geht mit dem Shoegaze/Post Rock/Post Black Metal Stil in Ordnung, jedoch ist der Schreigesang für mich viel zu Core-lastig. Damit kann ich mich so gar nicht anfreunden.

Fazit:
Genau das hinterlässt bei mir dann auch einen sehr zwiespältigen Eindruck, was dieses Album betrifft. Mit "Gone" haben Autumn's Dawn definitiv ein sehr eingängiges und erhabenes, atmosphärisches Metal-Album geschaffen, welches in meinen Augen aber ruhig noch eine Spur konsequenter in seiner Ausführung hätte sein können. Melancholische und nostalgische Sphären werden definitiv geschaffen, aber wirkliche Depression? Nicht wirklich. Da fehlt noch die gewisse Härte. Eine Spur Wildheit. Ein Hauch ungezügelter Aggression. Etwas Unvorhersehbares. Wie gesagt: instrumental gesehen ein sehr gutes Werk, aber der Gesang, der teils doch sehr core-lastig anmutet, geht in besagten Passagen gar nicht, weshalb ich hier für mich auch nicht mehr Punkte vergeben kann. Puritisten werden das Werk ohnehin links liegen lassen.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Ashes of a Life
02. Until My Heart Corrodes with Rust
03. Into the Cold
04. Grace of the Grave
05. When the Sun Sets for the Last Time
06. Blank Stare, Dead Eyes
07. Dawn
08. Through the Rusted Gates of Time
09. Gone

Laufzeit: ca. 39 Minuten

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