Freitag, 4. Juli 2014

Review: Rite - Lie in wait for blood / Se menniskan, hatet, hanet (LP, To The Death)

Und mal wieder Schweden: aus den schier endlosen Weiten und Untiefen der nordischen Hölle erhob sich anno 2005 eben jene Band. Viel gibt es hier eigentlich nicht vorab zu sagen: Rite zelebrieren ihren Black Metal als Duo, und können bisher auf vier Demos sowie eine EP und eine Kompilation zurückblicken. Die vorliegende LP enthält nun auch neben dem bereits veröffentlichten "Lie in wait for blood" Demo, welches hier aber neu aufgenommen wurde, auch noch vier neue Lieder unter dem Arbeitstitel "Se meniskan, hatet, hanet"...




Was die Musik angeht, so gibt es hier absolut nichts zu meckern. Rite bieten Black Metal, der einfach typisch für die heutige Szene in Schweden ist... okkult, düster, etwas depressiv, satanisch und durch und durch zerstörerisch. Ergo: wer Sachen wie Hetroertzen, Kaos Sacramentum, Grav oder Svartrit mag, wird an dieser Platte ebenfalls seine 'Freude' haben. Das Album weiss von Anfang bis Ende zu begeistern, birgt es doch verschiedenste Emotionen und Stimmungen, düstere Atmosphäre und sehr viel Dunkelheit. Eines haben aber alle Fascetten dieser Zusammenstellung gemein - ihre Negativität. Ob das etwas chaotische "Lie in wait for blood", das rituelle "Plagues to come" oder das zwischen schleppender Melancholie und wütendem Midtempo gradwandernde "Reaper manifest", jedem Lied haftet ein gewisser Individualismus und Wiedererkennungswert an. Die B-Seite hält dann die Songs von "Se menniskan, hatet, hanet" bereit. Und schon bei dem ersten Lied "Darkness thy covert" wird klar, dass es hier um einiges okkulter zugeht. Einleitendes Sample (?), gefolgt von einem instrumentalen Zusammenspiel, welches an ältere Burzum erinnert, gepaart mit beschwörendem Klargesang. Was folgt ist bestes nordisches Oldschool-Gekeife, zur Mitte hin dann noch ein etwas okkulterer Part mit Keyboard-Samples, was mich in seiner Machart schon fast an die alten Griechen von Stutthof ("Wampyric Metamorphosis") erinnert. Genial vertonte Monotonie und zugleich misanthropisch erhaben! Fucking Kill Yourself! Insgesamt geht es dann bei "Malachi 4:1" und "Juridical doctrine" auch eher monotoner zu als bei den Beiträgen der A-Seite. Was in ruhigeren Momenten ein wenig an Burzum's Werk "Filosofem" erinnert. Das letzte Stück "Messiah" stellt dann eine Nachspielversion der Kult-Band Hellhammer dar. Die Interpretation ist gelungen - nicht nur, dass man dem Song seinen Oldschool-Charakter lässt, sondern diesem durch seinen Stil auch noch eine ganz persönliche neue Note gibt.

Fazit:
Beide Daumen nach oben. Es gibt Bands, wie eben Rite, auf die stösst man eher durch Zufall, weil man die Platte dann "mal eben mitbestellt" und fragt sich im Nachhinein warum diese Truppen jahrelang von einem selbst unentdeckt blieben. Kurzum: Diese Platte hat alles, was ein gutes Werk heutiger nordischer Black Metal Tonkunst braucht und auch ausmachen sollte. Neben der regulären Version auf weißem Vinyl (200 Stück), gibt es das Album auch als Die Hard-Edition auf schwarzem Vinyl und einer weißem Slipmat mit Logo-Druck (100 Stück). Beide Fassungen beinhaltet zusätzlich eine Berechtigung zum digitalen Download des kompletten Albums.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Lie in wait for blood
A-02. Plagues to come
A-03. Funerals
A-04. Reaper manifest
B-05. Darkness thy covert
B-06. Malachi 4:1
B-07. Juridical doctrine
B-08. Messiah (Hellhammer Cover)

Laufzeit: ca. 48 Minuten

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