Samstag, 5. Juli 2014

Review: Grift - Fyra elegier (EP, Blut & Eisen Productions/Nordvis Produktion)

Zur Abwechslung mal etwas aus... ihr habt es sicherlich erraten - Schweden. Genau. Es ist ja nicht so, als wenn ich es wirklich darauf anlegen würde, nur noch Zeugs aus dem Norden zu besprechen. Doch in letzter Zeit stellt sich für mich im Nachhinein meist heraus, dass die Band, dessen Werk ich mir gerade blind gekauft und auch noch für gut befunden habe, aus Schweden stammt... wie dem auch sei - bei Grift handelt es sich abermals um ein noch relativ junges musikalisches Duo (Jahrgang 2011), die mit "Fyra elegier" ihr Debüt vorlegen.




Dabei wurde die EP erstmalig letztes Jahr über Nordvis auf CD veröffentlicht, ein paar Monate später (aber ebenfalls im letzten Jahr) folgte dann die Veröffentlichung auf Vinyl über das Label Blut & Eisen. Das Format ist 12'', bei dem gerade einmal vier Lieder umfassenden und mit etwa 25 Minuten Gesamtspielzeit gesegneten Werk ist die Platte auch nur einseitig bespielt, die andere Seite ist blanko. Was kann man nun über die Musik von Grift sagen? Großartig viel gibt es hier eigentlich nicht zu erzählen... die vier Songs sind rau und doch melodisch, atmosphärisch dunkel und voll tiefer emotionaler Kälte. Ob der Opener "Dödens dåd" mit seinem äußerst melancholischen Eingangsspiel oder generell diese getragenen, fast hyponotischen instrumentalen Landschaften, die hier geschaffen werden. "Fyra elegier" ist in sich schlüssig aufgebaut und jeder Song trägt etwas zum Bild eines Gesamtkunstwerkes bei. Nicht nur einmal hat man dabei den Eindruck, dass sich die zwei Mannen sehr an den Stil der älteren Burzum-Werke oder neuerer Sachen wie Hädanfärd oder Grav orientiert haben. Auch der ein oder andere Einfluss aus Frankreich ist hier hörbar. Sogar moderneren Einflüssen scheint man nicht abgeneigt, so bietet der letzte Song "Bortgång" deutliche Post Black Metal Passagen.

Fazit:
Grift erfinden zwar das Rad wie die meisten ihrer Genre-Kollegen nicht neu, aber überzeugen durch ihre intensive Atmosphären und das flüssige Spiel der Instrumente. Das Zusammenspiel der alter nordischer Schwarzmetall-Tonkunst und postmodernen Klängen funktioniert hier auch einwandfrei, und selbst Puritisten dürften sich hier mehr als heimisch fühlen, da auch in diesen Passagen soviel Kraft und hörbare Emotion mit drin steckt, dass man gar nicht anders kann, und sich dieser Musik einfach nur voll und ganz hingeben will. Grift ist mit ihrem Erstling ein Werk geglückt, welches das Potential besitzt, ein zeitloser Klassiker zu werden. Die MLP ist limitiert auf 500 Exemplare, wobei die 100 Stück auf orangenes Vinyl gepresst wurden, der Rest kommt in schwarz daher. Mit bedrucktem Pappeinleger, der alle Texte enthält.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Dödens dåd
02. Förtappelsens folk
03. Den fångne
04. Bortgång

Laufzeit: ca. 24 Minuten

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