Freitag, 21. Februar 2014

Review: Narvik - Triebe nach der Endlichkeit (CD, Lupus Tonkunst)

Und mal wieder etwas aus dem Hause Lupus Tonkunst... in letzter Zeit habe ich halt doch vermehrt Veröffentlichungen dieses Labels rein bekommen. Hier handelt es sich nun sogar um ein sehr aktuelles Release, nämlich das Debüt-Album der Deutschen Narvik, namentlich "Triebe nach der Endlichkeit". Und was soll ich sagen... das Werk ist eine Bombe geworden. So viel kann ich schon einmal verraten...






Grundlegend geändert hat sich hier zwar nicht - so zelebriert man immer noch sehr räudigen Black Metal mit größtenteils deutschen (aber auch englischen) Texten. Doch der Sound an sich hat sich enorm geändert im Verhältnis zur Demo, die ich vor kurzem ja auch besprochen hatte. Ungleich wuchtiger, kraft- und druckvoller schallt dieser aus den Boxen, auch ist er instrumental gesehen sehr viel abwechslungsreicher und rhythmischer dargeboten - besitzt gar eine gewisse rotzige Rock-Note. Gleich nach dem instrumentalen Einklang geht es über in den ersten kakophonischen Hammerschlag "Interpretation of Silence", der die Nägel schon gleich zu Anfang tief ins Fleisch bohrt. Das hätte nach der Demo anno 2007 wohl niemand erwartet. Chaotischer schneller Black Metal, mit einer nie zuvor da gewesenen Kraft. Gleiches gilt auch für das darauf folgende Stück "Baptism Dekadent", welches sogar ausgedehnte instrumentale Solo-Passagen enthält. Ob "Narvik" wirklich auf lyrische Weise die Schlacht um die gleichnamige Stadt in Norwegen behandelt, kann ich leider nicht sagen, da die Texte weder abgedruckt sind, noch wirklich gut verständlich sind. Zu den Fetzen, die man aber schon mal hier und da heraushört, würde es jedoch durchaus passen. "Leichenfeuer" und "Natus Lupus" dagegen sind sehr militant klingende Black Metal Stücke, die fast schon Marduk-Charakter besitzen ("Panzerdivision..."). Wobei man auch jeder Zeit diesen typischen deutschen Stil heraus hört. "Pogrem der Verwesung" schlägt in die gleiche Kerbe, setzt in Sachen Rhythmus aber noch einen drauf. Was mich in dem Zusammenhang interessieren würde, ist tatsächlich, ob es sich hier um einen bewussten Tippfehler im Titel, bzw. einer bewussten Änderung des Textes (da der Titel bzw. Text ja ansonsten ein ach so böses und politisch auf jeden Fall unkorrektes Wort enthalten würde - what the fuck) oder ob es das Wort "Pogrem" wirklich in irgendeinem Zusammenhang gibt. Im Duden jedenfalls steht es nicht. Aber wie gesagt... nimmt man mal die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes, bedeutet es ja auch nichts weiter als Vernichtung, Ausrottung, Verwüstung. Und das hier ist nun mal Black Metal! FUCK OFF P.C.! Aber ich schweife ab... auf den restlichen vier Beiträgen wird dann noch dem Teufel gehuldigt ("Satanic Worship"), dem Tod ("Todesphantast") und dem Krieg ("Verbrannte Erde"). Alles auf spielerisch sehr hohem Niveau mit ausgefeilten Melodieverläufen und Rhythmen, die jetzt nicht unbedingt zum schunkeln einladen, dafür aber für den ein oder anderen potenziellen Genickbruch sorgen könnten.

Fazit:
Was für eine geile Scheibe! Viel mehr fällt mir zu Narvik's Debüt "Triebe nach der Endlichkeit" eigentlich auch nicht mehr ein. Eines der besten Underground Black Metal-Werke aus Deutschland, die ich seit Jahren gehört habe. Gute Produktion, tolle Aufmachung, durchdachte und in sich schlüssige Musik. So muss das, und nich' anders!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Interpretation of Silence
02. Baptism Dekadent
03. Narvik
04. Leichenfeuer
05. Natus Lupus
06. Progrem der Verwesung
07. Satanic Worship
08. Sons of Chaos
09. Todesphantast
10. Des Tötens Kunst
11. Verbrannte Erde

Laufzeit: ca. 52 Minuten

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