Donnerstag, 13. Februar 2014

Review: Désespoir - Demo (CD, Lupus Tonkunst)

Ich weiss ja nicht, was euch zuerst beim Betrachten des Covers in den Sinn kommt - ich musste jedenfalls spontan an das Spiel "Limbo" denken. Mit diesem hat die Demo-CD der deutschen Band Désespoir (aus dem Französischen: "Verzweiflung") herzlich wenig zu tun - obwohl, naja eigentlich doch, denn nimmt man mal die Kernaussage des Spiels und die Thematik der Band, passt das eigentlich wie die Faust auf's Auge.






Désespoir ist eine relativ junge Band, die sich 2009 in Freiburg gründete. Zwei Jahre später erfolgte schließlich die Veröffentlichung dieses ersten Demos auf CD. Geboten wird Depressiver Post Black Metal, der aber anders als bei Bands wie Alcest, Thränenkind, Heretoir und dergleichen komplett auf Klargesang und zu ausschweifenden Shoegaze verzichtet, was vielleicht auch gar nicht einmal so verkehrt ist, denn anstatt einfach auf diesen fahrenden Trendy-Zug aufzuspringen zieht man halt sein eigenes Ding durch und klingt gerade wohl auch deshalb erfrischend anders. Hat man sich einmal an den sehr brüllenden Gesang gewöhnt, eröffnet sich einem eine schwarzmalerische Albtraum-Welt voller Verzweiflung, Einsamkeit, Angst, Melancholie und Selbstaufgabe. Doch auch irgendwie ein Schimmer Hoffnung, der über allem schwebt. Eine Sehnsucht, die größer ist, als das Leben selbst. Und so ganz konnte man das mit dem Klargesang dann doch nicht lassen, so kommt im Titel "Herbstschweigen" eine kurze Sprechpassage vor. Instrumental gesehen macht man seine Sache recht ordentlich, und kann sich so deutlich von solchen Bands wie Old Silver Key, Drowned In November oder die ähnlich gelagerten Infinitas oder Silence of the Old Man abgrenzen.

Fazit:
Eigentlich ist es direkt schade, dass auf dieser Demo-CD lediglich fünf Lieder enthalten sind. Vielleicht liegt das Geheimnis der Musik ja auch daran, dass die Lieder nicht allzu langgezogen sind. Wie dem auch sei... bei der ersten Demo-Präsentation von Désespoir handelt es sich definitiv um ein sehr gelungenes Werk depressiver Tonkunst im modernen Black Metal Gewand. Puritisten werden es natürlich wie immer weitmöglichst umgehen, für alle anderen gilt: ruhig mal ein oder zwei Ohren riskieren! Ich denke mal wie bei Lupus üblich limitiert auf 100 Exemplare und die ersten 30 kommen als schwarze Pro-CD mit Poster, Postkarte und Sticker (leider sind die CDs nicht mit der Limitierung beziffert, es ist nur handschriftlich die Zahl der Kopie angegeben - auf der Netzseite ist auch keine Angabe).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. ...seines Glückes Schmied
02. Auferstehung [Tumor]
03. Herbstschweigen
04. Suicidal Dreams
05. Vom Fluch der Vergänglichkeit

Laufzeit: ca. 33 Minuten 

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