Samstag, 22. Februar 2014

Review: Hetroertzen & Dødsengel - Capax Infiniti Split (LP, Lamech Records)

Nach guten vier Jahren melden sich die ehemaligen Chilenen Hetroertzen, die inzwischen in Europa - genauer gesagt in Schweden - beheimatet sind, endlich mit neuem Material zurück. Und zwar in Form einer Split LP mit den Norwegern Dødsengel, die ja letztens durch ihre beiden Lieder auf der "Circumambulations of the Solar Inferno" Split LP mit den Amis Nightbringer sehr positiv auffielen. Auch hier präsentieren beide Gruppen jeweils zwei Lieder...





Beginnen möchte ich mit der Hetroertzen-Seite. "Ardetha", der erste Song beginnt mystisch mit schweren Klavierklängen und unheilvollen, beschwörenden Tönen. Dann setzt eine Gitarre ein, dem langsam das Schlagwerk folgt. Zuletzt folgen dann gequält und doch rituelle Laute. Der Gesang setzt ein. Mythisch, okkult. Gleich zu Anfang ist die Atmosphäre dermaßen dicht und erdrückend, als befände man sich inmitten einer Mitternachtszeremonie mit heidnischen Altaren, Schimmer von schwarzen Kerzen bei Vollmond. Eine erneute kurze Pause. Und dann beginnt der Hauptakt. Diese Band versteht es wirklich gekonnt, Atmosphären aufzubauen! Was folgt ist Black Metal, der nur mit einem dicken, fetten OKKULT umschrieben werden kann. Ein Gesang, der nicht aus diesen Sphären zu sein scheint. Instrumente, die aus den tiefsten Tiefen der Hölle zu ertönen scheinen. Und immer wieder zwischendrin dieser rituelle Singsang. Musikalisch alles andere als verachtenswert, auch das über alles verstörende Gitarrensolo am Ende ist meisterlich. Eine musikalisch Abwicklung des Themas, wie es nicht besser hätte gemacht werden können. "Blood for the Egregore" schlägt da in die gleiche Kerbe, mit dem Unterschied, dass dieser Song direkt zur Sache kommt. Mystisch okkulter Black Metal in Reinkultur. Vom eher gemächlichteren Midtempo bis hin zur Raserei ist hier alles vertreten. Auch natürliche die rituellen Elemente, die besonders gegen Ende zum tragen kommen, durch das Zusammenspiel der Instrumente, und das Zusammenspiel zwischen Black Metal Gesang und beschwörendem Chorgesang, bis man den Song schließlich mit ein paar Samples und Akustikgitarren ausklingen lässt. Und auch hier wieder ein Lied, welches seinem Titel alle Ehre erweist!

Kommen wir zu der Seite der Norweger Dødsengel. Deren erster Titel "By the Hands of Nihil" bietet im Gegensatz zu dem, was man sie noch auf der Split mit Nightbringer boten, noch etwas mehr okkulte Atmosphäre. Dann auf einmal ein sehr King Diamond-lastiger Schrei und es wird auf einmal sogar etwas thrashig. Doch, das ist eindeutig als thrashiger Black Metal zu bezeichnen. Doch das hält nicht lange an, denn schnell geht es wieder über in ruhigere Gefilde und von nun an wechselt das Klangbild mal von eingestreuten okkulten Samples und Black Metal Musik, was sich natürlich auch immer weiter steigert. In der nächsten Phase bekommt der Black Metal dann die Überhand, ohne jedoch auf rituell-anmutende Sample-Chöre zu verzichten. Alles endet dann schließlich in einem Kehlkopfgesang. Geil! Ich meine mich zu erinnern, dass die Band auf ihrer Split mit Nightbringer etwas ähnliches gebracht hatten. Es erklingen die ersten Töne von "The Consecration of Man". Leider bereits das letzte Lied dieser großartigen Split-LP. Und da bekommt man ihn dann letztlich noch einmal vorgesetzt: diesen typischen norwegischen Black Metal. Nur als krank zu bezeichnen, mit einigen verstörenden Einspielungen.

Fazit:
Beide Bands in Topform! Hetroertzen bestechen durch ihre dichte und schwermütg-okkulte Atmosphäre. Das ist die wahre Essenz dessen, was die Menschen als Finsternis titulieren! Da gibt es nichts mehr zu zu sagen... Dødsengel haben trotz einiger okkult anmutender Passagen eine völlig andere Herangehensweise als die Schweden, sind jedoch musikalisch dennoch nicht zu verachten und auf jeden Fall eine kranke Ausgeburt der heutigen norwegischen "Szene". Ich weiss, Perfektion lässt sich nur sehr schwer erreichen und wenn ich nicht inzwischen ein paar Prinzipien für mich selber und diesen Blog aufgestellt hätte, würde ich dieser Split glatte 10 Punkte geben. So sind es aber immer noch stolze

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Hetroertzen
A-01. Ardetha
A-02. Blood for the Egregore
Dødsengel
B-03. By the Hands of Nihil
B-04. The Consecration of Man

Laufzeit: ca. 39 Minuten

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