Sonntag, 12. Januar 2014

Review: Blutsturm - Krieg gegen die Philanthropen (MC, Schattenkult Produktionen)

Eine deutsche Band, die sich nach einem Song, bzw. einem Album einer anderen deutschen Truppe (Ewiges Reich) benennt, dazu auch ebenfalls aus fünf Leuten besteht und gleich der von mir erwähnten Band aus Kassel sehr misanthropische Titel mit an Bord hat, sowie auch gerne hier und da Einspielungen aus diversen bekannten Filmen und Serien benutzt? Das kann ja eigentlich nur noch gut gehen.







Man möge mir den Vergleich gleich zu Anfang der Einleitung verzeihen, doch dieser drängte sich mir in der Tat als erstes auf, als ich mir das Cover, die Titel und den Bandnamen beschaute. Ganz so wild wie bei den ersten Werken von Ewiges Reich geht es hier zwar nicht zur Sache - es wird also mehr als Geknüppel geboten. "Krieg gegen die Philanthropen" bietet sogar sehr melodische Momente, mit Akustikgitarren und Tastengeklimper (glücklicher Weise nichts allzu ausschweifendes). "Der Befehl" stellt lediglich den Einklang in Form eines ambienten Instrumentals mit Sample-Collagen dar, dann geht's aber gleich los mit dem titelgebenden Stück. Mit "Bittersüße Melodien spielt der Hass" hat man gar ein richtiges Epos jenseits der 10 Minuten erschaffen. "-" stellt das obligatorische Zwischenspiel dar (und mal wieder lassen Ewiges Reich grüßen). Das finale "Narbenträume" ist dann noch einmal ein fieser Bastard aus Misanthropie, Depression, Verzweiflung und Hass. DAS ist mit das beste an deutschem Black Metal, den ich in letzter Zeit hören durfte! Obendrauf enthält die Kassette dann noch zwei zusätzliche Lieder, die dem ersten Demo "Endreich Holocaust" entnommen wurden. Einmal das titelgebende Lied - ziemliches Geknüppel mit deutlichem Rock-Einschlag - und "Der Tod" - fängt sehr atmosphärisch und melodisch an, wandelt sich im Laufe der Zeit aber auch in einen schnellen Geknüppel-Song.

Fazit:
Diese Band werde ich mit Sicherheit weiter im Auge behalten. Die Musik an sich ist eigentlich nichts neues, diese misanthropische und Menschen ablehnende Grundstimmung kommt jedoch authentisch rüber, es wirkt nicht so, dass es sich hier wie so oft, lediglich um fünf Dumpfbacken handelt, die nur gewisse Klischees bedienen wollen, sondern um Menschen, die verstanden haben, worum es hier wirklich geht und dies auch durchaus kunstvoll durch die Collagen in ihrer Musik und handwerklich solide zum Ausdruck bringen. Tolles Album! Limitiert ist die Kassette auf 100 Exemplare.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Der Befehl
A-02. Krieg gegen die Philanthropen
A-03. Entladung
A-04. Bittersuesse Melodien spielt der Hass
B-05. Narbentrauma
B-06. Endreich Holocaust
B-07. Der Tod

Laufzeit: ca. 48 Minuten

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