Mittwoch, 13. November 2013

Review: Svartidaudi - Flesh Cathedral (LP, Daemon Worship Productions/Terratur Possessions)

Svartidaudi aus Island melden sich mit "Flesh Cathedral" auch mal wieder zurück. Das Quasi-Debüt-Album der Mannen beinhaltet gerade einmal vier Songs, die jedoch eine Gesamtlaufzeit von etwas weniger als eine volle Stunde aufweisen, und bietet einmal mehr sehr kranken und chaotischen Black Metal, der auch eine gewisse Nähe zum Death nicht verbergen kann.





Nach nun mehr drei Demo-Werken, sowie der Split-Veröffentlichung mit Perdition aus dem Jahr 2011 wurde letztes Jahr "Flesh Cathedral" das erste Mal in Form einer CD veröffentlicht. Da mich aber CDs inzwischen nicht mehr sonderlich reizen, gehörte ich halt zu dem Reigen jener Leute, die hoffnungsvoll auf eine Auswertung des Werkes auf Vinyl warteten. Und tatsächlich, wir wurden nicht enttäuscht: denn anno 2013 sollte die Fleischkathedrale endlich als LP kommen. Und was soll man sagen? Eine Veröffentlichung, die eigentlich keine Wünsche offen lässt. Schwarzes Vinyl, DLP in einer LP-Hülle aus robustem Raukarton, schwarze Einleger und einem Poster. Der kürzeste der vier Songs misst knappe 10 1/2 Minuten, der längste wartet sogar mit knappen 19 Minuten auf. Geboten wird wie schon weiter oben erwähnt - und wer die Band kennt, wird sich darüber keinesfalls wundern - ein sehr verstörender, kranker, chaotisch wirkender Black Metal. Mit einem Gesang, der mal als wirklich unmenschlich bezeichnet werden kann. Irgendwo zwischen rauem Black Metal-Gekeife, Death-Growls und etwas, was eher in Richtung Grind tendiert. Suicidal Vortex oder Kathaaria aus Deutschland wären hier gute Vergleiche. Auch die Spielweise der Instrumente lässt sich mit dem Stil der beiden genannten Bands vergleichen, zumindest ansatzweise. So ist die nämlich sehr psychotisch, und hat gerade deshalb auch dieses krankhaft kalte Atmosphäre inne. Wer beim hören dieser Platte die Augen schließt und in sich blickt, wird nichts als Leere finden. Und das verleiht der ganzen Angelegenheit wieder eine eher depressive Note, wobei die Musik ansich überhaupt nicht, oder jedenfalls nicht größtenteils, in diese Richtung geht. Aber es ist hier eher eine mystische Grundstimmung, die sich dominierend durch alle vier Lieder zieht. Allein das Trommel-Spiel am Ende des Titel-Songs... das passt einfach. Und bei "Psychoactive Sacraments" wird es sogar noch einmal ordentlich death/doomig.

Fazit:
Grandioses Werk, welches ich uneingeschränkt all jenen empfehlen kann, die den wahren Geist des Black Metals noch inne haben und die Musik wirklich fühlen! Ein emotionales Album, welches es vermag, dem Hörer seine eigene Unbedeutsamkeit in diesem Universum klarzumachen. Aber das ist natürlich wie immer eine Sache davon, wie sehr und wie weit man bereit ist, sich der Musik zu öffnen und hinzugeben. Für mich eine klare Sache...

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Sterile Seeds
B-01. The Perpetual Nothing
C-03. Flesh Cathedral
D-04. Psychoactive Sacraments

Laufzeit: ca. 56 Minuten

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