Samstag, 16. November 2013

Review: Steingrab - Äon (LP, Deviant Records/Wolfsgrimm Records)

Nach dem überraschend guten Einstieg in Form der Kassetten-Veröffentlichung "Reise ins Ungewisse" anno 2009 (ebenfalls erschienen bei Wolfsgrimm Records), präsentiert man nun zwei Jahre später sein aktuelles Werk "Äon", welches im Format einer 12'' Platte auf die Menschheit losgelassen wird.







Geändert hat sich eigentlich nicht viel. Herr Mahr, seines Zeichens auch am Bass und an den Keyboards bei Nargis tätig, zelebriert mit seinem Solo-Projekt Steingrab einmal mehr sehr atmosphärischen Underground Black Metal mit ausschließlich deutschen Texten, der eine gewisse Melancholie nicht verleugnen kann. So birgt die Musik ein Gefühl tiefer Trauer und inniger Sehnsucht. Die Texte sind, wenn man denn gewillt ist dem Protagonisten zuzuhören, gut verständlich, dass sie nicht abgedruckt sind, erübrigt sich somit. Der Sound ist typisch deutsch, und so erinnert mich das Album auch nicht nur einmal an emotionale Epen von Nargaroth zu glanzvolleren Zeiten. Auch beinhaltet "Äon" ganz traditionell acht Lieder, was ja seit Burzum ein Grarant für True Black Metal ist (Scherz am rande, hehe). Aber mal im Ernst: Steingrab ist mit Sicherheit kein Projekt, was man einfach an sich vorbeiziehen lassen sollte, sondern eines jener Elite, die es verdient hat, aufmerksame Zuhörer zu erreichen - dass man sich mit ihm beschäftigt. Jeder einzelne Song ist Zeugnis davon. Ob "In die Tiefe", "Im Licht" mit seinem sehr traurigen Ende, "Verflucht" mit seinen eher philosophischen Inhalten ('nenn mich Mensch... nenn mich Hass') oder "Die Klinge", welcher eine eher (selbst-)zerstörerische Ader aufweist. Oder das episch-desolate letzte Stück "Zum Ende" - kalt und depressiv, dass es fast physisch schmerzt.

Fazit:
Das neue Werk aus der Feder von Steingrab kann ich all' jenen uneingeschränkt empfehlen, die mit dichten, düsteren Atmosphären etwas anzufangen wissen, und sich auch einmal die Zeit nehmen, über das gehörte nachzudenken und den eindringlichen Texten wirklich zu lauschen. "Äon" stellt mit Sicherheit kein Album dar, welches man sich mal eben zwischendurch anhören kann. Es benötigt Zeit und eine gewisse Grundstimmung dieses Werk in seiner Gänze zu erfassen, und ich für meinen Teil glaube nicht, dass ich das Ende dieses Prozesses schon erreicht habe. Deshalb rate ich jedem, der keine Geduld für ein solches Machwerk aufbringen kann, auch definitiv vom Kauf ab. Ich für meinen Teil habe "Äon" auf jeden Fall nicht zum letzten Mal aufgelegt. Kommt im schwarzen Vinyl mit Poster. Limitiert auf 166 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Gesichter im Schatten
A-02. (Voran) In die Tiefe
A-03. Verloren
A-04. Im Licht
B-05. Die Klinge
B-06. Verflucht
B-07. Die Totenglocke
B-08. Zum Ende

Laufzeit: ca. 39 Minuten

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