Sonntag, 17. November 2013

Review: Desir de Mourir - Incure the Wrath of Silence (CD, Amor Fati Productions)

Zuerst dachte ich beim lesen des Namens an ein Projekt aus Kanada, die schlichte Aufmachung hätte ja auch ganz gut dazu gepasst. Doch Pustekuchen... Desir de Mourir stammt aus Deutschland und ist ein Ein-Mann-Projekt. Zelebriert wird natürlich Black Metal, der auch eine Prise Doom enthalten soll.






Nun, ich habe mir das Album jetzt zum zweiten Mal angehört, und frage mich immer noch, wo zum Teufel hier der Doom versteckt sein soll. Nur weil man ein wenig Melancholie in die Musik gepackt hat und neben den eher stupide nach vorne peitschenden Passagen noch einige instrumentale Feinheiten wie Ambient, Samples, und langsamere und besinnlichere Strecken eingebaut hat? Naja, das ist für mich nicht wirklich Doom Metal. Wobei einige Strecken des Albums wie bei "Circle of misery" durchaus ANLEIHEN an den Doom besitzen. "My last words" hat sogar etwas Post Atmosphäre inne, hier ist mir das Keyboard jedoch auf Dauer eine Spur zu dominant. Insgesamt aber ein recht ordentlicher und hymnischer, trotzdem recht depressiver Song. Die Ambient-Passagen wirken good olde Vinterriket-like. Allerdings geht der Gesang in "Moment of truth" mal gar nicht. Da ist es wieder, dieses schwule pseudo-depri Black Metal Rumgeheule. Grausam. Einfach nur grausam. Leute das hat doch nichts mit Emotion zu tun... das ist Müll! Glücklicher Weise ändert sich die Stimme aber, von etwas was eher einem Flüstern ähnelt zu einem Black Metal-Gesang, der zumindest in Ordnung geht. Was mir hier jedoch wieder sehr stark aufstößt sind die schlechten Drums. Keine Ahnung, ob die selber gespielt sind, oder programmiert wurden - ich würde da auch eher auf zweites tippen, da sie sich sehr künstlich anhören. Das ist auch wieder beim nächsten Lied "Dark conspiracy" der Fall, hier wird es sogar noch deutlicher, da hier eigentlich in einer Tour durchgemetzelt wird.

Fazit:
Den Rest kann man sich denken. Langgezogener trauriger Song mit einer gewissen Epik und ein Ausklang. Für mich ist "Incure the wrath of silence" zwar nicht der völlige Griff ins Klo, aber andererseits ist das Album in meinen Augen so nichtssagend, dass ich persönlich damit nichts anfangen kann. Es gibt zwar durchaus einige gelungene Passagen, aber insgesamt ist das Debüt von Desir de Mourir nicht das von mir erhoffte mitreißende Werk geworden. Ich bin aber dennoch sicher, dass diese Musik ihre Anhänger finden wird.

5.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. The Oath
03. Circle of Misery
04. My Last Words
05. Moment of Truth
06. Dark Conspiracy
07. Disunion
08. Outro

Laufzeit: ca. 50 Minuten

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