Donnerstag, 10. Oktober 2013

Review: Runenwacht - Schrei des Hasses EP (CD, Eigenproduktion)

Zur Abwechslung einmal etwas völlig Neues und auch relativ aktuelles aus Deutschen Landen. Das Duo Runenwacht aus Baden-Württemberg gründete sich bereits 2011 und präsentiert hier nun mit ihrer "Schrei des Hasses EP" das erste Tonmaterial. Ich muss dazu sagen, dass ich - gerade was die heimatlichen Gefilde anbelangt - doch recht vorsichtig und skeptisch geworden bin, gerade was Demo-Veröffentlichungen anbelangt...




Glücklicher Weise gibt es ja immer wieder kleine Lichtblicke, unter dem ganzen Schrott, der fast täglich das Licht dieser abgefuckten Welt erblickt. Die erste Demo von Runenwacht würde ich schon dazu zählen. Mit knapp 17 Minuten Spielzeit ist sie zwar noch nicht einmal sonderlich lange ausgefallen, und eigentlich wird hier musikalisch auch absolut nichts neues geboten, was man nicht schon einmal so ähnlich gehört hätte. Aber ich muss schon zugestehen, dass die Liedertwas haben. Auch wenn die Produktion Underground ist, ist sie für die Verhältnisse doch recht ordentlich. Nach einem kurzen instrumentalen "Einklang" mit Wolfsgeheul usw. geht es mit "Blutiger Vollmond" auch gleich los. Ein tobender, wutentbrannter Black Metal Sturm - man könnte meinen den Pesthauch zu riechen. Zur Mitte hin eine kurze Verschnaufpause mit Gitarre und weiterhin grimmigen Flüstergesang, bis es letztlich wieder in die Vollen geht. Das ist zwar nichts besonderes, aber durchaus hörbar. Der folgende Song "Runenwacht" ist etwas rhythmischer, bewegt sich auch eher im schnelleren Midtempo und ist daher genau mein Ding. Schade, dass er so kurz geraten ist - andererseits wäre es fraglich, ob das Lied bei einer Länge von mehr als drei - vier Minuten genau so zünden würde. "Menschlicher Dreck" gibt dann noch einmal ordentlich Gas. Gefällt mir aber auch wieder außerordentlich gut. Man spürt einfach, dass diese Wut mit voller Inbrunst dargeboten wurde und nicht einfach nur irgendwas ins Mikro gerotzt wurde. Auch der recht rhythmische letzte Teil des Liedes kann mich überzeugen. Als letztes erklingt "Schrei des Hasses", eingeleitet durch einen Sample-Teil mit grimmigem Sprechgesang, bevor mit verzerrten Gitarren und kriegerischem Getrommel der eigentliche Song beginnt. Was folgt bewegt sich stilistisch zwischen wüster Raserei und Midtempo, mit einem kurzen Einspiel einer gesprochenen Passage (meine Damen und Herren, es sinkt für sie: das Niveau).

Fazit:
Alles in allem ist Runenwacht mit der "Schrei des Hasses" EP ein recht passabler Einstieg gelungen. Klar, hier und da wirkt einiges noch nicht recht flüssig, bzw. vom Zusammenspiel her nicht recht harmonisch. Doch sein wir mal ehrlich: darum geht es im Underground Black Metal ja eigentlich auch gar nicht. Man merkt übrigens auch, dass das Duo Anhänger deutscher Bands wie Graven oder Vargsang ist. So erinnert die Aufmachung der CD doch recht rapide an Graven's Debüt "Perished And Forgotten" oder an Vargsang's "Call Of The Nightwolves". Musikalisch geht das Ganze jedoch eher in eine ganz andere Richtung. Roh, rotzig... authentischer Underground halt. Ich hoffe, auch in Zukunft noch von der Band zu hören, vielleicht auch mal mit einer etwas besseren Produktion. Das Werk kommt als auf 100 Stück limitierte und handnummerierte Pro-CDr im Jewelcase. Wer das Werk erstehen möchte, wende sich vertrauensvoll direkt an die Band via Visagenheft. Auf Youtube gibt es die EP im übrigen auch zum reinhören.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Einklang
02. Blutiger Vollmond
03. Runenwacht
04. Menschlicher Dreck
05. Schrei des Hasses

Laufzeit: ca. 15 Minuten

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