Sonntag, 6. Oktober 2013

Review: Karg & Schattenlicht - Trümmermensch Split (CD, Seelengreif Klangwelten)

Neues Futter aus unserem Nachbarland Österreich. Gut, wer mich kennt, wird wissen, wie ich zu dem Österreicher Black Metal allgemein stehe - jedoch gibt es immer noch eine knappe handvoll Bands, die mich faszinieren... so z.B. das Projekt Karg, welches hier als Duo auftritt und mich schon auf vergangenen Werken mit seinem Stil aus Post Black Metal und Ambient zu begeistern wusste. Als zweite Band präsentiert sich auf dieser Split das Duo Schattenlicht, von welchem ich bisher jedoch noch nichts vernommen habe...


Fangen wir bei Karg an, welche die beiden ersten drei Lieder beisteuern. "Asternregen" besticht nicht nur durch die sehr persönliche und emotionale Lyrik, sondern wirkt auch durchaus musikalisch durchdacht und authentisch - was wohl auch nicht zuletzt der heimatlichen Sprache geschuldet ist. Genau dafür schätze ich Karg. Eine der wenigen Bands, die es wirklich verstehen, post-moderne Rock-Musik mit Black Metal-Elementen zu verbinden und sie auch ehrlich rüberzubringen. Dazu gesellen sich noch einige Ambient-Passagen, gerade zum Ende hin. "Hetzjagd nach Dystopia" kommt da schon um einiges wütender daher. In den 10 Minuten Spielzeit wird jedoch jetzt nicht drauf los geprügelt. Vielmehr werden langgezogene, getragene Post Black Metal Passagen geboten, die auch mal etwas schneller ausarten, die aber auch schon einmal durch akkustische Einlagen aufgelockert werden und so denn auch eher eine Stimmung der Melancholie erzeugen. Ähnlich verhält es sich beim letzten Liedbeitrag "Zurück in die Fluten", dessen Musik voller Sehnsucht zu stecken scheint. Dazu auch sehr passend ausgewählt ist das abschließende Sample.

Bei Schattenlicht handelt es sich um eine Band, die aus dem näheren Umfeld von Karg zu kommen scheint, was wohl auch den Anstoß zu dieser Split gegeben haben dürfte. Das Duo steuert ebenfalls drei Lieder bei. "Gedankenlabyrinth" präsentiert sich auch gleich sehr kontrastreich zu den bisherigen Stücken aus der Feder von Karg. Der Gesang ist eindeutig dem Black Metal zuzuordnen, die Musik bewegt sich da zunächst auch eher im melodischen Black Metal, bietet zur Mitte hin aber auch reichlich Post Rock-Einflüsse, was vor allem in der langgezogenen Solopassage deutlich wird. Auf jeden Fall durchaus gelungen, und der Einstand der Band weiß mich zu überzeugen. "Das Licht des ersehnten Tages" kommt genau wie das darauffolgende Stück "Widerstand" eine ganze Spur rauer daher und sollte jedem gefallen, der postmodernem Black Metal wie etwa der "Stillhallen" von Deathgate Arkanum etwas abgewinnen kann.

Fazit:
Karg überzeugen vornehmlich mit ihrem ersten Liederbeitrag "Asternregen" - genau dafür liebe ich diese Band. Die beiden anderen Songs sind zwar auch sehr solide, und bewegen sich wie man es von Karg erwartet musikalisch wie auch emotional auf hohem Niveau und ziehen sogar noch einige Parallelen zu dem nächsten letzten Voll-Album "Apathie", aber mehr ehrlich gesagt auch nicht. Schattenlicht überzeugen mit ihrem leicht rauem Post Black Metal-Stil und vor allem "Das Licht des ersehnten Tages" und "Widerstand" verstehen es zu begeistern. Letztgenanntes Lied hat sogar das Zeug zu einer regelrechten Anti-Hymne. Die Split kommt als Pro-CDr im Jewelcase, das Beiheft beinhaltet dabei alle Texte. Limitiert ist die ganze Angelegenheit natürlich auch noch, und zwar auf 300 Exemplare - die im übrigen nicht durchnummeriert sind. BM-Puritisten seien wie immer an dieser Stelle gewarnt, dass dieses Werk hier wohl eher enttäuschend ausfallen dürfte. Jenen sei vom Kauf auch definitiv abgeraten. Jedoch für Anhänger beider Bands oder für Leute, die generell Sinn für post-moderne Black Metal-Musik haben, uneingeschränkt empfehlenswert.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
Karg
01. Asternregen
02. Hetzjagd nach Dystopia
03. Zurück in die Fluten
Schattenlicht
04. Gedankenlabyrinth
05. Das Licht des ersehnten Tages
06. Widerstand

Laufzeit: ca. 43 Minuten

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