Mittwoch, 16. Oktober 2013

Review: Die Kunst der Finsternis - Das Geheimnis des Vampirs (LP, Lamech Records/Triumph of Death)

Das Debüt-Album von Die Kunst der Finsternis erschien ursprünglich 2012 im Kassetten-Format und war gerade mal auf 100 Exemplare limitiert. Da es sich hier nun um ein Solo-Projekt des Hetroertzen-Sängers handelt, die ja mit ihrem letzten Output "Exaltation of Wisdom" ein wahres Überalbum in Sachen Okkult Black Metal ablieferten, ist klar, dass diese erste Auflage sehr schnell vergriffen war. Umso erfreulicher, dass das Label nun in Kooperation mit dem Österreicher Triumph of Death die Vinyl-Auflage nachschiebt.


Erst einmal zur Aufmachung - die ist nämlich ähnlich genial ausgefallen wie bei dem Hetroertzen Album. Rotes Vinyl, robustes Cover aus Raukarton, innen schwarz, schwarzer Einleger und ein Beiheft im A5-Format, welches alle Texte sowie Bilder enthält. Was die Musik angeht, so fährt Herr Schattenriss (so heißt er jedenfalls hier) eine etwas andere Art Black Metal auf, wie Hetroertzen ihn zelebrieren. Die richtige Entscheidung. Projekte, die so klingen, wie die Hauptband, braucht wirklich niemand. So klingt die Musik von Die Kunst der Finsternis gleichwohl sehr okkult und räudig, aber bietet, gerade auch im zweiten Song "The Grand Mystery of Death" einige Anleihen an den Blackened Thrash Metal, was zwar jetzt nicht unbedingt an alte Sodom denken lässt, aber dennoch einige Parallelen zieht. Richtig okkult wird es dann, wenn in "Holy Bloodstone" ein mystisch wirkender Chor zu dem düsteren Black Metal einsetzt. Oder bei "In Tenebris" zusätzlich zu der Musik, die beinahe schon Doom-Verhältnisse annimmt, ein beschwörender, extrem kehliger Singsang einsetzt. Mit der B-Seite setzt sich das alles dann noch fort. "Flaming Hearts" etwa beschreibt in groben Zügen eine schwarze Messe und erinnert musikalisch nicht nur einmal an die alten Werke Darkthrone's... zur Mitte hin setzt dann sogar wieder eine sehr thrashige Gitarre ein. Aber keine Angst - es bleibt okkult und Black Metal durch und durch. Sogar Anleihen an alte Satyricon lassen sich hier durchaus ausmachen. Irgendwo auch schon traurig, dass da erst einmal Leute aus Chile kommen müssen, die nach Europa umsiedeln, um den eigenen Landsleuten ihre Wurzeln wieder näher zu bringen. Wobei die Band ja nicht in Norwegen, sondern in Schweden heimatlich geworden ist. "Raising above the Angels" ist wieder ein lupenreiner Black Metal Song, in dem aber gelegentlich auch noch ein Hauch von Thrash anklingt und zum Schluß noch einmal dem Mitt-90er Black Metal gehuldigt wird mit bedrohlich wirkenden Orchestreal-Samples. "Das Geheimnis des Vampirs / Oratorium" stellt dann leider auch schon den Abschluß des ganzen dar. Eingeleitet natürlich durch Orgel-Klänge und bedrohliches Schlagzeugspiel, wandelt sich das Lied alsbald in eine Black Metal-Nummer, die zunächst irgendwo im langsamen Mid-Tempo angesiedelt ist, und etwas an Nargaroth's "Into the Void" denken lässt - nur wesentlich abwechslungsreicher gestaltet. Und wenn man meint, es wäre zu Ende, setzt noch einmal die Musik ein und es ertönen die letzten Worte: "...a serpent who could not be charmed/made its nest in the roots of the tree... The blossom of Death." Ich glaube, dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Fazit:
Ein in Teilen doch recht ungewöhnliches, weil überraschendes Werk. So viele Thrash-Einflüsse in den Gitarren, hätte ich dem Herrn Schattenriss gar nicht zugetraut. Aber auch er scheint zu wissen, wo seine musikalischen Wurzeln liegen. Im ursprünglichen Black Metal. Und da gehört ein gewisser Teil Thrash nun auch mal dazu. Nichtsdestotrotz ein geniales Album, was gleichermaßen zündet, wie "Exaltation of Wisdom" von Hetroertzen. Man muss sich halt nur darauf einlassen. Limitiert ist die Platte auf 300 Exemplare. Die LP ist nicht durchnummeriert und die Limitierung ist leider auch nicht vermerkt, weder auf dem Cover noch im/auf dem Beiheft.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:

A-01. Of Priests and Snakes
A-02. The Grand Mystery of Death (auf der CD Lied 05)
A-03. Holy Bloodstone (Devil) (auf der CD Lied 06)
A-04. In Tenebris (auf der CD Lied 03)
B-05. Flaming Hearts (auf der CD Lied 02)
B-06. Raising Above the Angels (auf der CD Lied 04)
B-07. Das Geheimnis des Vampirs / Oratorium

Laufzeit: ca. 55 Minuten

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