Samstag, 10. August 2013

Review-Special zu der Musik von...

Vor schon einiger Zeit erhielt ich ein umfangreiches Paket mit schwedischen Underground-Bands. Einige davon habe ich auch schon zureichend hier besprochen. So wie die verschiedenen Alben von Kaos Sacramentum, Acerbitas oder auch Grav. Warum mir Svartrit durchgegegangen sind, weiss ich allerdings im nachhinein auch nicht zu sagen. Deshalb möchte ich das mit diesem Rundumschlag-Review nun nachholen... die einzelnen Besprechungen werden vielleicht nicht so ausführlich sein wie sonst, aber es sei bereits gesagt, dass es sich hier um eine sehr authentische Black Metal-Band handelt, die den alten nordischen Geist in Ehren hält...

Mystery of Death Prod.
Beginnen wir am Anfang. Und am Anfang stand dieses Werk des Duos aus Schweden, welches schlicht den Titel "I" trägt. Veröffentlicht im Jahre 2010 wurde das Gespann dann auch noch durch sage und schreibe drei Session-Musiker begleitet, wahrscheinlich um die ganze Angelegenheit etwas authentischer und druckvoller klingen zu lassen... die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt.






So kann ich dieses Album durchweg und uneingeschränkt all' jenen empfehlen, die mal wieder Lust haben, ein durchweg nordisch geprägtes Black Metal-Album zu hören. Klar, dass Svartrit nordisch klingen, da sie ja auch aus Schweden stammen. Doch was hier zelebriert wird, lässt an die alten, von Mystik und Okkultismus durchzogenen Zeiten des Black Circles denken. Unweigerlich. So klingen Svartrit auch nicht unbedingt typisch für Schweden. Wobei sich ein gewisser Einschlag alter Dissection-Werke nicht leugnen lässt. Auch alte Bands aus Norwegen und vor allem auch aus Finnland dürften hier Pate gestanden haben, ohne diese jedoch zu kopieren oder überhaupt den Versuch anzustellen, diese kopieren zu wollen. Svartrit klingen so nostalgisch, dass es einem das Herz bluten lässt - und dann gleichzeitig aber auch wieder so erfrischend eigenständig und ausgereift, dass man meinen könnte, diese Band hätte sich zu Beginn der Mitt-90er gegründet und ihren Stil seitdem nur noch druckvoller gemacht, ohne vom Grundprinzip auch nur ein Stück abzuweichen. Einfach ein perfektes Underground Black Metal-Album, welches man nicht haben kann und haben sollte, sondern haben MUSS! Allerdings könnte sich das als sehr schwierig erweisen, da die CD ihrerseits schon nur auf 500 Stück limitiert war und meines Wissens nach mittlerweile beim Label restlos ausverkauft ist. 2012 wurde das Album jedoch noch einmal in einer neuen Auflage auf LP (weißes Vinyl, 150 Exemplare) über das Label Ancient Records erneut veröffentlicht. Diese Auflage ist jedoch inzwischen auch schon restlos ausverkauft.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Svartrit
03. Svarthetens ridå
04. Mänsklighetens fall
05. Svart solsken
06. Þewaz af abgrundjaz
07. Magiska riter
08. Jätten
09. Ondskans redskap
10. Dödens svarta nyckel
11. Genom dödens portar

Laufzeit: ca. 41 Minuten


Mystery of Death Prod.
 Mit "II", wie man das zweite Werk schlicht benannte, baute man seinen bereits auf "I" zelebrierten Stil noch etwas aus. So ist der Gesang hier etwas fascettenreicher, es geht nicht mehr allzu räudig zur Sache, sprich man konzentriert sich hier mehr auf das allseits beliebte hymnische Midtempo, welches auch schon einmal in schnellere Gefilde ausarten darf.






Zur Seite standen den beiden Herren bei diesen Aufnahmen ebenfalls wieder drei weitere Musiker, von denen jedoch nur vier portraitiert wurden. Egal. Widmen wir uns gleich wieder der Musik: die bewegt sich, wie schon erwähnt in ähnlichen Gefilden, wie auf "I". Doch hört man sich hier wirklich vermehrt explizit nach Schweden an. Diese Atmosphären, die hier erzeugt werden, sind derart intensive Erfahrungen (einlassen auf die Musik vorausgesetzt), dass es einem in einer Tour fröstelt und ein Schauer dem anderen folgt. Hommagen an alte Dissection lassen sich in kurzen Passagen ebenfalls so ausmachen, wie eine Ehrerbietung an Mayhem zu "De Mysteriis Dom Sathanas"-Zeiten (hört euch "Labyrinth of Death" an und sagt mir, woran euch der krasse Mittelteil erinnert). Auch dieser rituell anmutende Kehlkopfgesang in "The Venom Fangs of Hell" muss hier erwähnt werden. Zudem werden die Songs mit jeder Drehung der Scheibe im Spieler schneller. Und diese dunkle Erhabenheit, welche diese Kompositionen zu erzeugen vermögen, sind schlicht und ergreifend als genial, authentisch und mitreißend zu bezeichnen. Das ist für mich ein wahres Herzstück an Black Metal. Musik über den Tod, für den Tod. Den Tod zu empfangen und zu geben. Fuck... solche intensiven Gefühle hatte ich lange, lange Zeit nicht mehr beim hören eines solchen Werkes. Svartrit für mich spätestens nach "II" mit nichts, aber auch gar nichts mehr vergleichbar, was ich bisher gehört habe. Abermals ist die CD hier auf 500 Stück limitiert gewesen, ist aber inzwischen ebenfalls ausverkauft beim Label. Auch das zweite Werk wurde von Ancient Records auf LP veröffentlicht, limitiert auf 150 Exemplare und ebenfalls komplett vergriffen.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Black Stars of Death and Wisdom
03. A Labyrinth of Death
04. Domedagens tid (Ragnarök)
05. The Venom Fangs of Hell
06. Ginnungagap
07. Avgrundshymner
08. Varulvsnatt
09. Unholy We Are
10. Över en blodröd horisont
11. Outro

Laufzeit: ca. 36 Minuten


Mystery of Death Prod.
 "III" ist nun das dritte Werk des Duos aus Schweden, welches hier lediglich durch einen Session-Schlagzeuger unterstützt wurde. Tut der Musik dennoch keinen Abbruch. Es fallen zwar so gut wie alle Keyboard-Passagen weg, dafür steht hier aber wieder die wilde Räudigkeit ganz klar im Vordergrund.







Der Black Metal ist daher abermals sehr nordisch geprägt, bietet hier jedoch auch ruhigere Passagen wie bei "Till Elder Ära". Wer jedoch denkt, dass es nun ruhiger um die Band wird, hat sich getäuscht, wie man schon beim nächsten Hammer "De Mörka Gudarna" unter Beweis stellt, der dazu noch eine der wenigen vorhandenen okkulten Keyboard-Passagen inne hat. Auch das Glockenspiel in "Eder Slav" trägt zur sehr intensiven, dunklen Atmosphäre bei. Interessant sind auch die beiden eher heidnisch anmutenden Bonusstücke. Die limitierte CD (wieder 500 Stück) erschien, wie die anderen, bei Mystery of Death Productions und ist restlos ausverkauft. Wie die beiden anderen Werke zuvor, wurde auch diese CD vergangenes Jahr von Ancient Records als eine auf 150 Stück limitierte weiße LP veröffentlicht, welche aber inzwischen auch restlos verkauft ist.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Till eder ära
03. De mörka gudarna
04. Den inre svarta flamman
05. Eder slav
06. Undergången nalkas
07. Mörkhetens domäner
08. Mörkhetens gravfält

Laufzeit: ca. 34 Minuten


Mystery of Death Prod.
Kommen wir zum vorerst letzten Werk aus der Feder der Schweden von Svartrit. Dieses trägt den Namen "Svarthetens Rida" und stellt laut den Metal-Archiven eine Zusammenstellung zweier älterer Demos der Band dar, die bereits aus den Jahren 2004 und 2005 stammen. Keine Ahnung, was an der Geschichte dran ist - ist mir gelinde gesagt aber auch ziemlich latte. Die Band wird hier als fünf-köpfig aufgeführt, wobei die letzten drei Aufgeführten scheinbar erst bei der zweiten Session mit von der Partie waren.



Was ich gleich festhalten muss: für Demo-Aufnahmen klingt das hier verdammt geil und erinnert einmal mehr an den guten nordischen Black Metal der aufkommenden Mitt-90er Jahre. Es geht, gleich den übrigen Veröffentlichungen, ordentlich zur Sache. Dabei wird sehr viel auf düstere Melodie-Verläufe gesetzt, und die Dunkelheit, die hier erzeugt wird, droht einen förmlich zu verschlingen. Der Anfang, sowie auch auch mehrere Passagen von "Funeral Of All Worlds" hätten so auch von älteren Dimmu Borgir-Scheiben stammen können (ich meine die wirklich alten, als die Band noch hörbar war), während mich "Deliver My Veil Soul" stark an ältere Werke von Dark Funeral erinnert. Jedenfalls ist das hier eindeutig melodisch geprägter als die restlichen drei Veröffentlichungen "I" - "III". Ich denke, gerade das wird vielleicht auch nicht jedem gefallen. Keine Frage, dass sich das Material von "Svarthetens Rida" gleichwohl klasse anhört, jedoch fehlt hier eindeutig noch der spezielle und ausgeprägte eigenständige Touch in der Spielweise, der auf den restlichen CDs zelebriert wurde. Nichtsdestotrotz, ein Must-Have-Album - und sei es nur, um die Sammlung zu komplettieren! Die CD wurde ebenfalls auf Mystery of Death veröffentlicht, Auflage 500 Stück. Das LP-Release erfolgte hier bereits im Jahr 2011 über Triumph of Death und war limitiert auf 250 Exemplare. Klar, dass auch diese Auflage heutzutage restlos vergriffen ist.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Bortom Ljusets Räckvidd
02. Tronar på Mörkrets Makter
03. Funeral of All Worlds
04. Deliver My Vile Soul

Laufzeit: ca. 17 Minuten


Fazit zu Svartrit im allgemeinen:
Bei dieser Band handelt es sich um eine der wirklich sehr selten gewordenen Besonderheiten heutzutage, was authentischen Underground Black Metal anbelangt. Interessant dabei ist, dass Svartrit eigentlich nur eins von vielen Projekten von Sir N. ist, sich jedoch musikalisch, wie alle anderen seine Projekte auch, ziemlich zu den anderen unterscheidet. Ist es so z.B. bei Kaos Sacramentum eher ein satanischer, militanter Black Metal, so ist es bei Svartrit vor allem die okkulte und nostalgische Melodieführung, dieser Gedanke an das Alte, das Vergangene, die Dunkelheit und den Tod, was den Reiz ausmacht. In meinen Augen eine der besten Black Metal-Kombos, die sich derzeit im Underground tummeln und sich, jedenfalls laut Info aus den Metal-Archiven, noch nicht aufgelöst haben. Wenn ihr die Möglichkeit habt, an eins odere mehrere Werke dieser Band zu kommen, zögert nicht, sondern greift zu, bevor es zu spät ist!

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