Samstag, 10. August 2013

Review: Graveland - Thunderbolts of the Gods (CD, No Colours Records)

Endlich. Nach schier endlos erscheinenden Ankündigungen und Verschiebungen ist es nun erhältlich. Die Rede ist natürlich von dem neuen Album des polnischen (Black/Pagan) Metal-Urgesteins Graveland. Ich weiß eigentlich auch gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal von dieser Ein-Mann-Band gehört habe, bin mir aber ziemlich sicher, dass es sich dabei um die Split mit Kreuzfeuer handelt, die ich damals ja auch schon nicht schlecht fand (wie hier nachzulesen). Nun, mal gespannt, was das neue Album bereit hält...



"Thunderbolts of the Gods" präsentiert sich auf den ersten Blick wie jedes vorhergegangene Werk der jüngeren Vergangenheit Gravelands. Soll heißen: Pagan, wohin man auch blickt und hört. Das Artwork ist mal wieder gewöhnungsbedürftig ausgefallen und für meine Verhältnisse sowieso viel zu farbenfroh, jedoch nicht so schlimm wie noch das letzte Album "Spear of Heaven". Daher schon eine positive Entwicklung in visueller Hinsicht. Doch darauf kommt es letztlich ja auch nicht wirklich an. Viel wichtiger ist die Musik. Und die wird die geneigte Hörerschaft (mal wieder) spalten... da bin ich mir jedenfalls ziemlich sicher. Einerseits bietet Darken natürlich wieder althergebrachtes und längst bekanntes. Ich denke, es ist auch verdammt schwierig, bei diesem Stil etwas wirklich neues zu bieten. Aber habe ich persönlich auch so den Eindruck, dass Graveland auch gar nicht anders klingen will. Dabei geht es bei den ersten zwei Stücken richtig zur Sache. Besonders das Schlagzeug kommt richtig wuchtig und donnernd rüber. Das ist zwar nicht ganz von der Qualität, die man mit dem Lied der Split-Veröffentlichung bot, doch auf jeden Fall noch wesentlich besser als alles, was ich mir auf dem letzten Album anhören musste. Mit "Possessed by Steel" überspannt man den Bogen in meinen Augen aber ein wenig. Mit dem anfänglichen Chor wirkt das geradezu mainstreamhaft und der Chor im nächsten Lied "Chamber of Wicked Tears"... ich sag' nur der Graf of Deutsch-Gothic-Schlager lässt grüßen. Uargh... da läuft es einem kalt den Rücken herunter! Dabei ist der Rest des Liedes gar nicht mal verkehrt. Auch "Wolf of the North" kann da nur noch bedingt in der zweiten Hälfte wirklich überzeugen. Es folgt ein Chor-Outro, das war's auch schon.

Fazit:
Ja... was soll ich nun hierzu sagen? Es sind durchaus Ansätze erkennbar, die das Ganze noch aufwerten - auch scheint hier und doch auch mal ein (kleines) Fitzelchen alter Graveland durch. Aber - und das ist ein großes ABER - alles hier hört sich einfach zu sauber, zu sehr auf Hochglanz poliert, zu warm und zu weichgespült an. Die Chöre hören sich stellenweise grauenhaft, und - was noch viel schlimmer ist - unpassend an. Auch dieser allmähliche Mainstream-Touch, den sich die Band bzw. Rob Darken aneignet findet keinen rechten Anklang bei mir. Es existieren durchaus zwei, drei gute Songs, aber insgesamt betrachtet ist "Thunderbolts of the Gods" einmal mehr Zeugnis dafür, dass sich das Projekt Graveland inzwischen mehr als nur selbst überlebt hat. Wer das Album haben möchte, bestellt sich dieses am besten direkt im Laden von No Colours. Gibt's wahlweise als CD und LP (natürlich wieder jeweils in den Vinyl-Farben schwarz, weiß und rot).

4.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Possessed by Steel
02. Thunderbolts of the Gods
03. Chamber of Wicked Tears
04. Wolf of the North
05. Red Polaris
06. When Hammer Shines (Outro)

Laufzeit: ca. 43 Minuten

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