Mittwoch, 10. Juli 2013

Review: Totengeflüster - Vom Seelensterben (CD, Eigenproduktion)

Mal neues Futter für alle unter euch, die mit symphonischen Black Metal ala Cradle Of Filth zu ihrer "Dusk...", "Cruelty..." oder wegen meiner einer auch noch "Midian"-Zeit etwas anfangen können. Die Rede ist von der relativ jungen deutschen Band Totengeflüster. Das Debüt wurde von der sogenannten "Fachpresse" ja schon für gut befunden. Aber warum? Nur weil es sich hier um einen, wenn auch zugegebener Maßen sehr guten, Aufguß von etwas Altem handelt und es vielleicht auch darum schon wieder innovativ klingt? Meine Eindrücke zum Album nun in folgenden Zeilen...


Erst einmal kann ich Entwarnung geben. Ein hölzerner Klon alter Cradle Of Filth-Werke (die ich - musikalisch betrachtet - im übrigen sehr schätze!), im Stile von Bands wie die anfänglichen Hecate Enthroned aus England oder Darkness Of Blood aus Mexiko (kennt die überhaupt jemand?) ist "Vom Seelensterben" dann doch nicht geworden! Es findet sich zwar sehr viel Einfluss, das merkt man gerade in der Songstruktur und der Art wie der Gesang vorgetragen wird - aber ebenso lassen sich bei genauerer Betrachtung auch Anleihen an ihre Landsleute Nocte Obducta ("Begräbnisvermählung" oder auch "Taverne...") oder an das Debüt-Album der Österreicher Dornenreich ("Nicht um zu sterben") erkennen, wenngleich der Gesang in Sachen Grimmigkeit absolut nicht mithalten kann, wobei er durchaus schon gute Aspekte besitzt wie bei "Der Pakt", "Die strömende Erkenntnis", "Ein neuer Pfad" oder bei "Monolog im Mondschein". Alles andere ist zwar rein instrumental als gut zu bezeichnen, dümpelt aber eigentlich nur so vor sich hin. Was ich damit sagen will: es hat nichts wirklich besonderes zu bieten, weder großartige Emotionen, noch irgendwie etwas, was man nicht schon bei den anderen genannten Bands gehört hätte. Klar, das trifft zwar auf so ziemlich viele Bands, gerade im Black Metal, zu - aber trotzdem schaffen es dann doch eher die wenigsten, authentische Atmosphären und Emotionen zu erzeugen.

Fazit:
Totengeflüster bieten dem geneigten Hörer zwar viel Bombast und perfekt arrangierte Instrumente. Doch das reicht mir in diesem Fall nicht aus. Mir fehlt doch irgendwie die wirklich spürbare Emotion bei der Musik, die zwar durchkommt, jedoch nicht durchgängig präsent ist. "Monolog im Mondschein" bietet zwar Passagen, die auch durchaus von älteren Dornenreich hätten stammen können, "Der Pakt" oder auch "Die strömende Erkenntnis" zeichnen sich durch ihre brachialen und bedrohlichen Atmosphären aus, und der Bonus Song (eine orchestrale Version von "Monolog...") ist wirklich als melancholisch zu bezeichnen - der Rest jedoch bietet gerade einmal das 1x1 in Sachen symphonischer Black Metal, zwar wie gesagt im astreinen Klangbild, aber nicht wirklich von der Qualität, dass man sagen könnte "ja, ich höre gerade Totengeflüster", sondern eher nach dem Motto "ich höre gerade Black Metal mit symphonischen Einflüssen". Trotzdem - die Art von Musik verkauft sich ja allgemein immer recht gut, und vielleicht schaffen Totengeflüster ja in der Zukunft wirklich den Sprung zum richtigen Individuum... dann bin ich auch wieder dabei!

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Die Prophezeiung
02. Ein Traumgespinst
03. Ein Monolog im Mondschein
04. Gefronene Tränen
05. Vom Seelensterben
06. Der Pakt
07. Blutsegen - Die strömende Erkenntnis
08. Ein neuer Pfad
09. Im Tau der toten Morgensonne
10. Ein Monolog im Mondschein (Orchestral Version)

Laufzeit: ca. 46 Minuten

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