Donnerstag, 11. Juli 2013

Review: Thromos - Haures (CD, Self Mutilation Services)

Thromos, Runde drei! Diesmal handelt es sich um das neuste Werk des deutschen Duos. Das aktuelle Album hört auf den Namen "Haures" und wurde unter dem Banner von dem mexikanischen Label Self Mutilation Services veröffentlicht. Leute, also echt... ist das euer Ernst? Wie kann man noch bei diesem Label veröffentlichen? Hat sich kein heimischer Interessent gefunden? Seit ich die Sache mit Selvmorrd erfahren habe, ist das Label jedenfalls bei mir noch weiter unten durch als eh schon...





...aber darum soll es ja nun nicht gehen. Sondern vielmehr um die Musik des aktuellen Werkes der Band. Was direkt beim ersten Hörgang auffällt... die Produktion ist etwas holprig. Die Instrumente scheinen nicht wirklich stimmig abgemischt worden zu sein, das Schlagzeug kommt ziemlich dominant rüber, während sich der Rest eher im Hintergrund abspielt, der etwas nach Halle und dunklem Kellergewölbe klingende Gesang geht aber durchaus für eine Veröffentlichung dieser Art in Ordnung. Auch ist das ganze jetzt nicht dermaßen vermurkst, dass man nicht viel mehr als ein stetes Rauschen ausmachen würde. Auch wenn es einigen vielleicht so vorkommen mag. Auf "Haures" präsentiert sich die Band einmal mehr sehr der alten Schule verschrieben und glänzen mit ihrer Art eines authentischen Black Metals, wie es ihn heute leider viel zu selten zu hören gibt. Gesungen wird auch wieder rein in deutscher Sprache, was den Gesamteindruck nur noch mehr bestätigt. Geboten wird zwischen Kälte, Finsternis, Misanthropie, Okkultismus und Melancholie, sowie selbstzerstörerischer Todessehnsucht eigentlich alles an Emotionen, was das Herz eines jeden 'wahren' Anhängers des Kultes Black Metal berühren dürfte. Allein schon diese Titel wie "Reisend durch Ewigkeiten", "Mortifer" oder "Opferblut für die Geister"... was vielleicht klischeehaft wirkt, wird in der Tat konsequent und ernsthaft umgesetzt. Und das ist der springende Punkt: es gibt heutzutage einfach nicht mehr viele Bands, denen man wirklich abkauft, dass sie auch das leben, was sie durch ihre Musik zu verkörpern versuchen, sei es durch zu viel Ironie, der fehlenden Ernsthaftigkeit oder durch zu viele genrefremde Einflüsse... doch was Thromos hier wieder einmal abgeliefert haben, vermag ich als die wahre Essenz von Black Metal, so wie ich ihn verstehe und auffasse, zu bezeichnen.

Fazit:
Insgesamt betrachtet ist das Album durch seine etwas unglückliche Produktion in meinen Augen nicht derart intensiv, wie es "Alte okkulte Macht" oder "Hexenkult" waren. Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um ein durch und durch authentisches Black Metal-Album, welches in seiner Aufmachung, seiner Titel und seiner Texte eine große Tributzollung an diesen Kult darstellt (vor allem an die jüngere Zeit der nordischen und deutschen 'Szene' um 1994). Limitiert ist die CD auf 500 Exemplare, wie bei S.M.S. üblich nicht durchnummeriert (auch nicht mit Blut, hehe).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Tempel des schwarzen Lichts
02. Haures
03. Reisend durch Ewigkeiten
04. Okkult
05. Mortifer
06. Opferblut für die Geister
07. Satans Sphären
08. Unbetitelt

Laufzeit: ca. 54 Minuten

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