Montag, 8. Juli 2013

Review: Thromos - Alte okkulte Macht (CD, Eigenproduktion)

Was zur Hölle...?! Kürzlich erhielt ich dieses erste, selbst veröffentlichte Album der deutschen Black Metal Truppe Thromos. Und dieses stammt nicht etwa, wie man von der Aufmachung und von der Musik her vermuten könnte, aus den Anfängen der Mitt-90er der deutschen Black Metal-"Szene", sondern wirklich und wahrhaftig aus dem Jahr 2010! Und was soll ich sagen? Ich hasse mich dafür, dass ich nicht schon vorher auf diese Band aufmerksam wurde. So viel Dreck und Scheiße wie dieser Tage veröffentlicht wird und den man tagtäglich konsumiert. Und dann kommt so eine Kapelle wie Thromos daher...


...und macht einem dann wieder klar, warum man Anhänger dieses Kultes ist. Das fängt bei der tristen nihilistischen Aufmachung an - siehe Frontcover (hinten gibts die Titel, das Logo und die mit Blut geschriebene Limitierung), das Beiheft besteht innen aus einem Foto, der Besetzung, dem Aufnahme-Datum, einem umgedrehten Kreuz und endet dann mit den Worten "Heil Satan" - die Rückseite zeigt eine nahezu abgebrannte Kerze. Damit sollte wohl alles gesagt sein! Und wer es dann doch immer noch nicht kapiert hat, dem wird beim hören der Lieder schnell klar werden, wessen Geistes Kind Thromos sind (mal davon ab, dass jeder, der es bis dahin nicht verstanden hat, um was es hier geht es ohnehin nicht wert ist, dieser Musik zu lauschen!). Düster, okkult, satanisch, schwarz, ursprünglich sind durchaus passende Umschreibungen zu der Musik der drei Mannen. Titel wie "Schwarze Magie", "Misanthropie II", "Alte okkulte Macht", "Im Reich der Melancholie" oder "Die Mysterien Satans" sprechen für sich und tun ihr übriges zur Abrundung des nostalgischen Eindrucks. Vor allem, weil die Lieder dann auch mal genau so klingen, wie es ihre Titel versprechen lassen. Der skandinavische Black Metal der frühen 90er "Szene" aus Norwegen dürfte hier ebenso als Inspirationsquelle gedient haben, wie auch der raue Black Metal der frühen Mitt-90er "Szene" in Deutschland. So haben Thromos doch einiges von den kalten Atmosphären und dieser rauen, okkulten Epik von Moonblood oder Dying Fullmoon - ein aktueller Vergleich aus deutschen Landen wäre für mich Shroud of Satan. Ebenso lässt sich die Musik aber auch durchaus mit heutigen Kapellen aus dem hohen Norden vergleichen - wie Satanic Warmaster (hört euch die "Opferblut" an!) oder Khaos Sacramentum aus Schweden.

Fazit:
Genau das will ich hören! Verzerrte, schrammelnde Gitarren, scheppernde und donnerndes Schlagwerk, einen hasstriefenden Schreigesang - Instrumente, welche trotz aller Roh- und Bosheit aber nicht diesen gewissen Rhythmus ausser Acht lassen. Mit "Alte okkulte Macht" ist Thromos ein wahrhaft authentisches Black Metal-Album gelungen, welches in allen Belangen zu überzeugen weiss! Limitiert ist die Scheibe, die im übrigen als CD mit schwarzer Abspielseite daherkommt, auf 100 mit Blut durchnummerierte Exemplare. Erhalten kann man das Teil noch beim Methorn Mailorder für faire 7.99. Absolute Kaufempfehlung meinerseits!

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Einklang
02. Schwarze Magie
03. Feind
04. Misanthropie II
05. Vis Satanae
06. Alte okkulte Macht
07. Dämonisch
08. Im Reich der Melancholie
09. Die Mysterien Satans
10. Ausklang

Laufzeit: ca. 57 Minuten

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