Dienstag, 4. Juni 2013

Review: Inexistenz - Erfundene Welten (CD, Naturmacht Productions)

Bei Inexistenz handelt es sich um ein im Jahre 2010 begründetes Ein-Mann-Projekt aus Slowenien. Veröffentlicht wurde das zweite Album "Erfundene Welten" bei der deutschen Schmiede Naturmacht Productions, welche neben den labeleigenen Veröffentlichungen ja auch noch ein umfangreiches Distro bietet und sich damit inzwischen auch einen recht guten Namen im Underground gemacht hat. Doch zurück zu der aktuellen Veröffentlichung von Inexistenz...



Präsentiert wird hier dem geneigten Hörer depressiver Black Metal mit Ambient-Einschlag. Überraschenderweise ohne irgendwelche genrefremden Einflüsse wie Post Rock, Shoegaze oder so einen Schmarn. "Erfundene Welten" beinhaltet insgesamt sechs Lieder, wovon einer ("Mitternachts Gedanken") als Zwischenspiel dient. Gleich zu Beginn macht der Opener "Verloren in der Neer" deutlich, wie es die nächsten knappen 40 Minuten zugehen wird: depressiv düster, mit sehr viel Melancholie und einem deutlich nostalgischen Touch. Die Musik, die hier zelebriert wird, ist mit aktuellen sogenannten DSBM Bands nahezu nicht vergleichbar, da sie eine ganz andere Atmosphäre besitzt, die tiefer geht, am Geist und der Seele nagt. So ist das schmerzvolle Empfinden von "Erfundene Welten" beinahe körperlich spürbar, ohne jedoch zu klischeehaft beladen zu sein. Kein Emo-Black-Metal-Kiddie-Scheiß, sondern authentische kalte Klangwelten, die entfernt an Werke von Balnasar oder auch (aber nur einen Hauch von wenig) an Striborg erinnern. Auch die eher depressiv-melancholischen Frühwerke Burzum's dürften hier Pate gestanden haben (man höre sich mal den Beginn von "Erkenntnis" an). Allerdings wird hier auch der Fehler gemacht, den so viele depressive Black Metal Bands machen. Das Stichwort heißt zu langgezogene und ausgedehnte Slowpassagen. Die halten sich jedoch noch in Grenzen und werden immerhin auch durch immer wieder eingesetzte Tempowechsel aufgelockert, so dass es nicht zu monoton ausartet.

Fazit:
Ein sehr authentisches Depressiv Black Metal Album ist Inexistenz da geglückt, mit jeder Menge Melancholie und einem steten Gefühl der Nostalgie. Ganz genau wie es sein sollte. Die Geduld des Hörers wird zu keiner Sekunde auf die Probe gestellt, jedenfalls im Verhältnis zu dem, was sich manche Bands sonst so erlauben. Leuten, die sich mit dem Genre des nostalgischen Depressiv Black Metal jedoch noch nicht so recht auseinander gesetzt haben, sei diese Scheibe nur bedingt empfohlen, da sie doch Passagen aufweist, die einem ungeschulten Ohr einiges an Geduld abverlangen. Ich für meinen Teil kann jedoch sagen, dass "Erfundene Welten" bis auf wenige Ausnahmen keine sonderlichen Längen aufweist. Ein solides Album eben, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Limitiert auf 300 Exemplare.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Verloren in der Neer
02. Erfundene Welten
03. Erkenntnis
04. Mitternachts Gedanken
05. Zu Misslingen bestimmt
06. Belanglos

Laufzeit: ca. 36 Minuten

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