Dienstag, 4. Juni 2013

Review: Grauzeit - Tyrannei der Tristesse (CD, Self Mutilation Services - 2013)

Ist schon ein Weilchen her, seit ich die Demo "Mein Leben endet..." der deutschen Band Grauzeit besprochen habe. Ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht mehr sonderlich gut an das Werk erinnern, ich weiß nur, dass ich es (auch dank dem erneuten lesen meiner Besprechung) nicht sonderlich gut fand. Nun mittlerweile sind zwei Veröffentlichungsjahre ins Land gezogen und es wurden zwei EP's sowie ein weiteres Demo in der Zwischenzeit aufgenommen... und nicht nur die Tatsache, dass M.F. kein Teil der Band mehr ist, hat sich hier geändert...





Natürlich kann ich nichts zu den bisherigen Werken der Band sagen, die aktuell aus zwei Leuten besteht (zumindest in dieser Session), da ich bis auf die erste Demo und diese EP nichts von ihnen kenne, aber irgendwas muss schon in der Zwischenzeit passiert sein. Zwar zelebriert man immer noch diesen Post Rock / Black Metal - Stil mit Shoegaze, aber "Tyrannei der Tristesse" ist ungleich stärker als noch "Mein Leben endet...". Auch der Gesang sagt mir hier zu. Die Art der Darbietung (Gesang und Instrumente) erinnert mich ein wenig an Fäulnis' Werk "Letharg", da hier ein ähnliches graues und tristes Szenario gezeichnet wird - jedoch ohne übermäßig viel Sample-Einspielungen. Der Gesang im Speziellen lässt an das immer noch aktuelle Tavaron Album "Architektur des Schmerzes" denken, wo auch eine nicht unerhebliche Inspirationsquelle liegen dürfte (ob es sich tatsächlich so verhält, weiss ich natürlich nicht, aber es gibt durchaus nicht zu überhörende Parallelen zu den beiden Werken), was mich jedoch auch nicht wirklich stört, da ich dieses Album sehr schätze. Und etwas mit ähnlicher Atmosphäre kann so verkehrt ja nicht sein. Was mich allerdings etwas stört, sind die etwas poppig wirkenden Instrumentals zwischen den beiden wirklichen Liedern, die zwar relativ kurz sind, aber mit zwei bis drei Minuten dem einen oder anderen trotzdem noch zu lang vorkommen werden. Ich kann damit zwar auch nicht viel anfangen, muss jedoch zugestehen, dass die Stücke ebenfalls eine triste Grundstimmung besitzen.

Fazit:
Das hätte ich an dieser Stelle so nicht erwartet. "Tyrannei der Tristesse" kann, wenn auch nicht auf ganzer Linie, durchaus überzeugen! Nach dem grauenhaften Einstieg bin ich sehr positiv überrascht, in welche Richtung sich die Band und deren Musik entwickelt hat. Wenn man diesen Weg jetzt noch konsequent weiter verfolgt, kann ein baldiges Voll-Album ruhig kommen. Limitiert ist die ganze Angelegenheit wie bei S.M.S. üblich auf 500 Exemplare, die ersten 50 im Digi mit Bonus CDr, die das zweite Werk der Band (die EP "Dieses Gefühl jeden Tag") enthält. Black Metal Puritisten werden diese Veröffentlichung natürlich wie immer links liegen lassen, und auch mich stören diese etwas zu poppigen Zwischenspiele sehr - jedoch sind die eigentlichen Lieder recht ordentlicher und authentischer Psycho / Depri Black Metal geworden.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V

Laufzeit: ca. 22 Minuten

1 Kommentar:

  1. Es freut uns (Grauzeit) natürlich, dass uns nach dem etwas verpatzten Start/Debut noch eine Chance gegeben wurde! Falls Interesse besteht, zu gegebenem Zeitpunkt unser Debut-Album zu reviewen sobald es veröffentlicht ist, dann einfach eine Mail schreiben an kontakt@grauzeit.de und wir schicken Dir/Euch einen Link oder, falls erwünscht, eine CD zu!

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