Freitag, 17. Mai 2013

Review: Vinum Sabbatum - Songs From The Convent (CD, Eyes Like Snow)

Schon eine Weile weiß ich dieses Machwerk der finnischen Band Vinum Sabbatum in meinem Besitz, jedoch hatte ich bis vor einer Woche nicht wirklich die Zeit und Muse mich eingehender mit dieser Musik auseinander zu setzen. Wie das Cover und das beteiligte Label Eyes Like Snow (bekannter Weise ein Unterlabel von Northern Silence) bereits vermuten lassen, handelt es sich hier um Doom Metal der alten Schule. Doch aufgehorcht... in dem Album "Songs From The Convent" steckt noch einiges mehr und es hält noch einige nette Überraschungen parat...


Der erste Gedanke, der mir gleich zu Anfang, wenn die Orgel den "Angel of Mourning" einleitet, durch den Kopf schoss war, dass sich das hier doch verdammt nach 60er/70er anhört. Iron Butterfly. The Doors. Deep Purple. Dieser Eindruck bleibt auch trotz der relativ schleppenden Instrumente erhalten. Doomig und psychedelisch. Hat im Gesang auch so ein wenig von The Cure. Das Lied vermag es sogar sich zum Ende hin nochmal richtig zu steigern. Mit Choreinsatz und einer netten Gitarrenarbeit. Der sehr doomig-schleppende Anfang von "Demon Dance (Chorea Sancti Vici)" erinnert in seiner Bedrohlichkeit ein wenig an die eher langsamen Momente auf Asphyx's "The Rack", was dann folgt kann man getrost als einen Bastard aus The Doors, Saint Vitus und Deep Purple beschreiben. Orgel meets Heavy Metal, meets Psychedelic, meets Hard Rock, meets Stoner, meets Doom Metal. Wie das alles zusammenpasst? Keine Ahnung, aber irgendwie funktioniert's. Der Song rockt auf jeden Fall ordentlich. Jedoch sollte man schon ein Gespür für solche Musik haben. "Sinister Sister" ist da nicht anders, ich würde ihn persönlich jedoch noch mehr das Prädikat 'retro' aufsetzen. Mit dem Chor im Refrain, der Orgel und der relativ flotten Melodie erinnert er mehr an 70er Jahre Hard Rock, Psychedelic Rock und anfängliche Metal-Bands, weniger an Doom. Auch könnte ich mir den Song sehr gut als Sountrack zu einem 80er Party-Horror-Streifen Marke "Night Of The Demons" vorstellen, genau wie den übernächsten "Witch Woman", der in seiner Machart doch etwas zu sehr an die psychedelischen Momente von The Doors oder Deep Purple angelehnt ist, der Choreinsatz erinnert mich dagegen an Momente aus dem immer noch aktuellen Tito & Tarantula Album "Back Into The Darkness". Aber das Lied besitzt eine gute Atmosphäre und die Musik hat was.

Fazit:
Insgesamt bietet das Album sieben Lieder, die in dem genannten Retro-Stil zwischen klassischem Doom Metal, Psychedelic Rock und okkultem Hard Rock gehalten sind. Handwerklich solide und nicht zu verachten. Die Produktion ist allerdings nicht wirklich als 'druckvoll' zu bezeichnen, jedoch kann das auch durchaus gewollt sein, um diesen Retro-Effekt authentischer zu machen. Wer mit den in der Besprechung genannten Bands etwas anfangen kann und auch aktuellen Bands, die diesen alten Stil spielen, nicht unbedingt abgeneigt ist, sollte mal ein oder zwei Ohren riskieren.

8.5 / 10 Punkte

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