Donnerstag, 30. Mai 2013

Review: Venenum - Venenum (LP, Sepulchral Voice Records)

Venenum... lateinisch soviel wie Zaubertrank oder auch Gift. Welcher Name könnte besser zu einer traditionellen Death Metal Kombo passen? Die Band aus Deutschland besteht aus vier Leuten, von denen Gitarrist P.T. zumindest mir auch von der Black/Thrash-Gruppe Hellish Crossfire her etwas sagt. Zelebriert wird wie schon erwähnt Death Metal der alten Schule, fies und gemein. Dabei aber durchaus melodisch...





Gleich der Opener "Bewitched Craft" gibt die Richtung vor. Nach einem kurzen einleitenden Teil geht es gleich in die vollen über. Dreckig und mit jeder Menge Rotz wird dann eine Art Death Metal dargebracht, die ich schon lange nicht mehr in dieser Form vernommen habe, und die ich wie ich gestehen muss, seit dem Ableben von Death auch schmerzlich vermisst habe. Klasse Auftakt! Wo kommen die Jungs nochmal weg? Nicht etwa Amiland. Auch keine Nordländer. Tatsächlich aus Deutschland! Und da bleibt mir nur zu sagen: es geht doch! Wieso muss man bis anno 2012 warten, um aus diesem Land solche anständige (Death Metal) Musik zu vernehmen?! Fuck off diesen ganzen neumodischen und größtenteils emotionslosen und belanglosen Mist, der heutzutage veröffentlicht wird. This is the real shit! Dieser Eindruck setzt sich auch mit "Crown of Reversion" fort. Headbang-Melodien aus dem Schlund der Hölle, langgezogene endlos tiefe Gitarrensoli, schwere und schleppende Passagen paaren sich mit wüster Raserei. Musik für die Horde, und allen Posern direkt auf's Maul. Genau so muss dat und nich' anders! Kurzer Seitenwechsel und nach einem erneuten kurzen Instrumental geht es gleich auch weiter mit "Sacrosanct Transcendence", der mit tiefen Gitarren und Glockenschlägen beginnt, und alsbald äußerst rhythmisch in einen eher schleppenderen Death/Doom übergeht, gespickt mit immer wieder auftretenden instrumentalen Soli. So etwas intensives und gleichermaßen auch authentisches hört man heute leider viel zu selten... und nach einem letzten kurzen instrumentalen Part folgt auch schon leider das letzte Lied "Lunar Tombfields", und das zieht einem dann noch einmal komplett die Schuhe aus. Besser kann man den alten Death Metal wohl nicht mehr in die heutige Zeit transferieren. Das klingt wie ein Bastard aus Morbid Angel ("Altar Of Madness", "Covenant") und Death ("Spiritual Healing", "Symbolic"). Einfach nur geil!

Fazit:
Eine der besten Death Metal-Platten, wenn nicht DIE beste Death Metal-Platte, die ich in letzter Zeit gehört habe. Venenum schlagen mit ihrer EP voll ein und wenn ihr mich fragt, ist es diese Band mehr als wert im Auge behalten zu werden. Wer auch nur etwas für guten Death Metal mit leichtem Doom-Einschlag übrig hat und für solcherlei Atmosphären empfänglich ist, der wird hier gut bedient. Auch wer mit oben genannten Bands etwas anfangen kann, wird hier bedenkenlos zugreifen können.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Bewitched Craft
A-02. Veneficium
A-03. Crown of Reversion
B-04. Deathscent
B-05. Sacrosanct Transcendence
B-06. Abominate Ways
B-07. Lunar Tombfields

Laufzeit: ca. 28 Minuten

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