Montag, 13. Mai 2013

Review: Phlegein - Silver Veins (LP, Northern Heritage)

Das Duo Phlegein aus Finnland melden sich nach der großartigen 10'' MLP "Ancient Battlegrounds" und der selbstbenannten 7'' nach annähernd zwei Jahren wieder. Diesmal - und ich glaube meine Bitten scheint irgend jemand doch erhört zu haben - in Form eines vollwertigen Albums! "Silver Veins" heißt das gute Stück, und was es taugt, lest ihr nun in folgenden Zeilen...






Den Anfang macht ein instrumentaler Einklang auf dem Piano. Sehr stimmungsvoll und zieht sich mit seinen knappen eineinthalb Minuten auch nicht zu sehr in die Länge. "Invisible in the Shadows" stellt dann den ersten richtigen Song des Albums dar. Gleich geht's auch in die vollen ... donnerndes Schlagwerk, peitschende, doch rhythmische Gitarren. Ein hasskeifender Gesang. Schnell fühlt man sich wieder heimisch und in guter Gesellschaft. Auch fällt positiv auf, dass Phlegein an ihrem Stil festhalten und keinen Milimeter davon abweichen. In anderen Worten: hier wird endlich mal wieder ein reines Black Metal Album geboten. Einfach nur Black Metal - ohne irgendwelchen Schnickschnack, ohne genrefremde Einflüsse, ohne irgendwelche Klischees. Just Pure Spirit! Dementsprechend macht- und kraftvoll ertönt bereits die erste Darbietung aus den Boxen. All das wird jedoch noch überboten durch das folgende Stück "Maisema suruaan laulaa", welches erst sehr sachte beginnt, dann in einen rockig-rhythmischen Gitarrenlauf übergeht und dann zu einem Black Metal Song steigert, der irgendwo zwischen Mid- und Uptempo angesiedelt ist. Was den Song aber wirklich abhebt sind seine Riffs und Breaks, die wirklich an alte, glanzvollere Zeiten erinnern. "Lost Ancient Echoes" beginnt dagegen eher schleppend, nimmt dann aber enorm an Fahrt zulegt, nur um dann wieder in diese hypnotisch schleppende Stimmung überzugehen, um dann schließlich wieder in einen schnelleren Gang zu schalten. "On Cold White Soil" stellt den letzten Beitrag der A-Seite, der dann aber auch keine wirklichen Überraschungen mehr bietet. Ein atmosphärischer handwerklich solider Black Metal, der hier im erhabenen Midtempo vorgetragen wird. Was hier noch hervorsticht ist das langgezogene Gitarrenspiel zur Mitte hin. Ich liebe diese Wechsel. Mit dem instrumentalen "Call of the Wild" wird die B-Seite eingeleitet. Hypnotisch und monoton - Burzum lässt grüßen. Danach gibt's mit "Layers of Torment" wieder ordentlich was auf die Fresse. Das Schlagzeug peitscht voran und verkündet den Sturm. Brachial geht's dann auch weiter innerhalb des Liedes weiter. "The Smell of Death and Despair" ist dagegen wieder etwas gediegender, etwas schleppender und depressiver gehalten. "Silver Veins of Kaldoaivi" ist im Stil von "Layers of Torment" gehalten und bietet im letzten Viertel noch einen echt hymnischen Ausklang. Das letzte Lied des Albums ist dann "Journey to the World Under" und stellt einen würdigen Rausschmeißer für "Silver Veins" dar. Vor allem das Gitarrenspiel zum Ende hin kann sich hören lassen.

Fazit:
Endlich wieder ein lupenreines Black Metal Album. Nichts mit Klischees. Nichts mit Trends. Nichts mit Subgenre. Einfach nur schwarze Tonkunst. So muss das, und nicht anders! Die LP kommt in gewohnter Northern Heritage Qualität daher, bietet jedoch keinerlei Texte. Aber wen interessiert da hier schon? Hier geht's schließlich auch mehr um die Atmospähre und Emotionen! Phlegein haben meine Erwartungen mit diesem Album jedoch nicht gänzlich erfüllt, irgendwie fehlt mir hier noch etwas. Etwas, was ich bei "Ancient Battlegrounds" regelrecht spüren konnte, hier aber nur ansatzweise wiederfinde. Ich kann nicht beschwören, was es genau damit auf sich hat, aber Kenner der Werke Phlegein's werden vielleicht verstehen, was ich damit meine. Limitiert ist die Platte wie immer bei diesem Label auf 500 Exemplare (denke ich mal, ist zwar keine Limitierung angegeben, aber diese Zahl ist bei NH ja gängig).

8.5 / 10 Punkte

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