Freitag, 24. Mai 2013

Review: Morrigan - Diananns Whisper (LP, Undercover Records)

Nachdem sich die Band vor knapp drei Jahren aufgelöst hatte, hat sich das Duo schon vor einer Weile wieder aufgerafft. Das Ergebnis dieser Wiedervereinigung ist nicht etwa, das, bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der Auflösung im Jahr 2010, angekündigte Album "Werwolfs, Witches and Demons", sondern das mir hier vorliegende Werk "Diannans Whisper". Wie sich die lebende Legende Morrigan nach der Reunion anno 2013 anhört und was man von dem Album halten und erwarten darf, schildere ich euch nun in meinen nachfolgenden Eindrücken...


Eingeleitet wird das Ganze durch den kurzen Opener "Call Of The Morrigan", gut soweit zum Standard. Die ersten Takte von dem folgenden Titel "Shadowwanderer" lassen bereits vermuten, dass sich an dem bewerten epischen Viking-/Black Metal-Mix der Band nicht allzu viel geändert hat. Vom Stil her könnte der Song gut und gerne aus der "Headcult"- oder "Celts"-Session stammen. Auf die Dauer (ich habe mir das Album noch vielleicht schon zum fünften Mal angehört) nervt mich sogar dieser - nennen wir es mal 'eigenwillige' - Klargesang nicht mehr. Was allerdings bereits hier auffällt: die Produktion, bzw. das endgültige Abmischen, scheint nicht so recht geglückt zu sein. Oder vielleicht war es ja sogar so gewollt. Keine Ahnung. Aber auf jeden Fall hört es sich für mich nach gewollt, aber nicht gekonnt an. Das ändert sich auch bei "Bloodwidow" nicht. Hier fällt es gar noch mehr ins Gewicht, da diese bombastische Epik, die durch Choreinlagen erzeugt wird, durch die vermurkste Produktion nicht wirklich bombastisch rüberkommt. So bleibt ein immer noch recht stimmungsvoller und atmosphärischer Black Metal-Song, der musiakalisch an das "Celts"-Album der Band erinnert. Nur das dort die Abmischung gestimmt hat. "Warbitch" ist da weitaus kerniger in seiner Machart und erinnert mit seinem thrashigen Grundtenor an alte Bathory-Sachen. Hier passt diese merkwürdige Produktion auch mal, da es sich wie eine Rohfassung des Liedes anhört, was es im Endeffekt nur noch böser erscheinen lässt. Klasse finde ich hier den sehr guten Mittelteil, der sich in stimmungsvollen Gitarrensoli und Chorsamples verliert und dann wieder in diesen fiesen thrashigen Black Metal übergeht. Über allem natürlich der absolut fiese kehlige Black Metal Gesang von Beliar. Als nächstes folgt "Thy Nasty Reaper", und das, so muss ich leider sagen, stellt den ersten Tiefpunkt der CD dar. Die Instrumente erinnern an eine chaotische und vermurkste Produktion alter Cradle Of Filth Sachen (doch, hört euch zum Vergleich mal die "Dusk... & Her Embrace" an) - zumindest geht das die ersten guten drei einhalb Minuten so, dann glücklicherweise ein Wechsel und es geht über in eine Chorpassage - bevor es dann jedoch wieder ziemlich chaotisch wird. "13 Steps At Dawn" stellt dann den Totalausfall dar und beginnt, man könnte meinen, als eine Art Hommage der Band an Bathory's "Song To Hall Up High", wandelt sich dann aber in eine Art seichten Heavy Metal-/Hard Rock-Murks. Diese lasche Produktion ist wirklich das allerletzte. Das Schlagzeug hört sich so pussyhaft an, dass es nicht mehr feierlich ist und man sich vorkommt, als wäre man geradewegs in das Land der Rosa-Eichhörnchen-Züchter katapultiert worden. Autsch. "The Gallic War" entschädigt dafür aber wieder, wenn auch nicht auf ganzer Linie, dafür fehlt immer noch der wirklich Druck hinter. Aber mit diesem Song weiss man als Morrigan-Anhänger wenigstens etwas anzufangen. Und dieser Mix aus "Headcult" und "The Damned" steht der Band gut zu Gesicht. Genauso wie beim nächsten Lied vom gleichen Schlage "Maze Of The Graves". Wären definitiv Anwärter für das Prädikat 'Band-Hymne' (von denen Morrigan ja schon einige geschaffen haben, auch schon in der Zeit als die Band noch Mayhemic Truth hieß). "The Singing Hangman" ist dagegen wieder eine Spur epischer und bombastischer. Dass es sich hier genauso mit dem Klang verhält, wie bei allen anderen Liedern, brauche ich nicht mehr zu erwähnen. Schade. Auch "Diananns Whisper" hat sehr viel Potential, von dem jedoch wieder einiges zunichte gemacht wird. Es fehlt das wirklich Druckvolle, was diese Morrigan-typischen Atmosphären erzeugt. Wenn es hier jedoch zumindest spürbar ist. Den Abschluss bildet das epische Werk "Dustdevils".

Fazit:
Morrigan - lebende Legende hin oder her. Mit der Veröffentlichung von "Diananns Whisper" in dieser Form hat sich die Band wahrlich keinen Gefallen getan. Das Grundkonstrukt stimmt, die Lieder sind gewohnt atmosphärisch und bieten jede Menge Epik und auch düster-träumerische Klangwelten. Jedoch wird vieles durch eine in meinen Ohren vermurkste Produktion einfach zunichte gemacht, und nicht zuletzt diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass einige Lieder einfach nicht so wirklich zünden. Auch bietet man der geneigten Hörerschaft nicht wirklich viele neue Ideen. Das gesamte Werk klingt wie eine Reise durch die Alben "Celts", "Headcult" und "The Damned". Immerhin versucht man aber noch frischen Wind in das Geschehen zu bringen. Ich habe vielleicht auch einfach zu viel von einem neuen Morrigan-Album erwartet. Schade um ein eigentlich solides Black Metal-Album, was durch seine zu seichte Produktion einfach einiges an Atmosphäre einbüßt. Erschienen als CD, Vinyl im Splatter-Look (100 Stück) und in schwarz (400 Stück). Ich hoffe, dass Morrigan sich mit dem nächsten Album wieder steigern werden. Mit Sympathie-Bonus gibt's von mir:

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Call of the Morrigan (Intro)
A-02. The Shadowwanderer
A-03. Bloodwidow
A-04. Warbitch
A-05. Thy Nasty Reaper
A-06. 13 Steps at Dawn
B-07. The Gallic War
B-08. Maze of the Graves
B-09. The Singing Hangman
B-10. Diananns Whisper
B-11. Dustdevils

Laufzeit: ca. 55 Minuten

1 Kommentar:

  1. Hab ich nach 10 Sekunden ausgemacht. Geht einfach gar nicht...

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