Freitag, 24. Mai 2013

Review: Hetroertzen - Exaltation of Wisdom (LP, Lamech Records)

Mit Grausen erinnere ich mich noch an die beiden vergangenen Werke "A Crimson Terrible Vision" und "Rex Averno" dieser Band aus Chile, die ich vor Jahren einmal in meinem Besitz wusste. Dass ich sie los wurde, spricht für sich, und nicht gerade für die Band. Wobei Hetroertzen instrumental eigentlich nie sonderlich schlecht waren, der Gesang ging eigentlich auch in Ordnung. Doch irgendwie war die Musik nie besonders genug, nie atmosphärisch genug, nie wirklich okkult genug. Das soll sich mit "Exaltation of Wisdom" nun ändern...



Zunächst mal etwas zur Aufmachung des Albums: schwarzes Vinyl in Klarsicht-Hülle, mit schwarzem Schutzumschlag (beidseitig silbern bedruckt) und einem Pappcover, welches innen blutrot bedruckt ist. Zum Lieferungumfang gehört ebenso ein Poster und das Buch "Elationis Sapientiae", dem 'Book of the Dragon's Art', welches auch die Limitierungszahl angibt und, wenn man den geschriebenen Worten Glauben schenken darf, mit Blut markiert wurde. Enthalten sind Linernotes, die kompletten Texte und allerlei satanische, verstörende und antikosmische / -gnostische Zeichnungen und Bilder.

Kommen wir zur Musik: Gleich zu Beginn, wird deutlich, dass es sich bei diesem Album um etwas Besonderes handelt. Da ist nichts mehr von den einstigen Ecken und Kanten zu vernehmen. Und somit kann ich mit Überraschung feststellen: Hetroertzen vermögen mit ihrer Musik mitzureißen und zu fesseln. Düstere und tiefschwarze okkulte Atmosphären, die hier bereits auf den drei Liedern (das Intro zähle ich mal nicht mit, obgleich es sich hier um eines der stimmungsvollsten Vertretern handelt, die ich in letzter Zeit gehört habe) der A-Seite erzeugt werden. Musikalisch bewegt sich das Ganze zwischen Mid-, Up- und Slow-Tempo. Gekonnte Breaks und wohl platzierte Tempowechsel innerhalb der Lieder, sowie ein sehr fascettenreicher Black Metal-Gesang zwischen Schreien, Gekeife, Growls und Beschwörungsriten tun ihr übriges. Und so vergeht die Laufzeit der ersten Seite eigentlich auch viel zu schnell. Schnell die Platte gewendet. Und gleich "Mystery Of The Fallen" schöpft aus den Vollen und kommt einem Inferno gleich. Für mich neben "Perpetual Eclipse Stigmata" das bisherige Highlight der Platte! Auch weil hier das bereits beschriebene Wechselspiel der Instrumente vollends ausgespielt wird. Hier passt einfach alles. Wesentlich anders verhält es sich bei den noch folgenden zwei Liedern auch nicht mehr. Düsterer okkulter Schwarzmetall. Nicht mehr, nicht weniger.

Im Übrigen würde sich in dem Fall von "Exaltation of Wisdom" durchaus eine Doppelanschaffung auf LP und CD lohnen, da beide Medien eine grundlegend verschiedene Fascette des Albums besitzen. So erwartet einen auf der CD eine nahezu glasklare, saubere und druckvolle Produktion, die jedoch nichts von der Grundatmosphäre einbüßt, sondern sie eher in ein anderes Licht rückt. Währenddessen man auf der LP zwar ebenfalls eine druckvolle, aber ungleich düsterere und rauere Produktion um die Ohren zu hören bekommt. Was einem da mehr zusagt, oder welches Medium man dann bevorzugt, kann man ja selbst entscheiden. Ich persönlich mag beide Fassungen.

Fazit:
Ein wahrer Hammer! Wäre das Album nicht schon älteren Datums, ich würde ihm glatt das Prädikat 'Album des Jahres' aufdrücken! Zumindest aber gehört es zu den intensivsten Black Metal Alben, die ich mir in diesem Jahr zugelegt habe. Und das ist ja immerhin auch schon etwas. Die Platte zu ergattern, dürfte sich jedoch bereits als schwierig erweisen, da das Teil mittlerweile doch recht rar geworden ist (immerhin war der Release schon im Jahr 2010/2011). Limitiert ist die LP auf 500 handnummerierte und blutbeschmierte Exemplare.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Incinerating Illumination
A-02. Like the Serpent
A-03. Perpetual Eclipse Stigmata
A-04. The Final Breath of Mankind
B-05. Mystery of the Fallen
B-06. Light Beyond the Obscure
B-07. The White Priestcraft

Laufzeit: ca. 52 Minuten

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