Samstag, 9. März 2013

Review: Epithalium - Gottesaustreibung / Christenausweidung (CD, Hammerbund)

Bei diesem Titel musste ich wohl automatisch schon an Leichenzug denken, ist diese deutsche Ein-Mann-Armee doch bekannt für ihre splatterhaltigen antichristlichen Texte. Doch nein... es handelt sich hier tatsächlich um ein neues Epithalium-Album. Jene Band, die sich als Projekt einst zusammenschloss, mit allerlei bekannten Gesichtern der "Szene". So sind, bzw. waren auch mal, Mitglieder solch illustren Bands wie Totenburg, Antiphrasis, Menneskerhat und Barad Dûr involviert, seit dem ersten Album "Ausrottung" allerdings besteht die Band jetzt aus einer Besetzung, die sich lediglich aus Totenburg und ex-Menneskerhat-Mitgliedern zusammensetzt.

Seit dem erwähnten Debüt - was auch gleichzeitig das letzte Lebenszeichen der Band darstellte, handelt es sich hierbei doch erst um das zweite vollständige Album - sind immerhin schon mehr als sieben Jahre vergangen, und beinahe habe ich schon gar nicht mehr damit gerechnet, überhaupt noch einmal etwas von diesem Projekt zu hören. Das Debüt lege ich bei Zeiten trotzdem immer noch gerne in die Anlage ein. Seiner Zeit war dieses nämlich wirklich sehr gelungen, ein erhabenes, aber gleichermaßen auch brachiales Stück Schwarzmetall mit einer wuchtigen Produktion. Die Atmosphäre verdankte das Album nicht zuletzt auch den sehr passenden orchestralen Zwischenspielen. Dementsprechend hoch sind natürlich die Erwartungen an ein neues Werk. Nun, ein wenig mitgekriegt habe ich ja auch, und so entging mir auch nicht, dass Epithalium für den Sampler "Dawn Of The Antichrist" einen Song beisteuerten, der sich - welch' Wunder - nun auf dieser CD befindet.

Widmen wir uns der Musik: nach dem monumentalen Sample-Intro "In Ewigkeit" werden mit "Im Strudel des Feuers" dann auch gleich einmal die Grenzen abgesteckt, denn hier wird schnell klar, dass Epithalium auch auf ihrem neuen Album keine Gefangenen machen. Das Lied entfacht direkt zu Anfang ein wahres Inferno, ein Gemetzel sondergleichen. Passend dazu auch die relativ kurze Spielzeit von nicht einmal drei Minuten. "Christenausweidung", das nächste Lied verspricht da schon um einiges rhythmischer und 'epischer' zu werden, beginnt es gleich mit getragenen Gitarrenriffs, fährt dann dank donnernder Drums einen Gang schneller, und hält zudem noch einige nette Details bereit, wie etwa das Gitarrensolo zur Mitte hin oder das Tastenspiel am Ende. Der folgende Song "Anrufung" geht da wieder weitaus brachialer zu Werke, während "Leichenberge" und "Oasen aus Blut" das Brachiale mit Erhabenheit und Epik kreuzen. Es folgt mit "Der Sturm verstreut die Asche" der bereits erwähnte Beitrag für den "Dawn Of The Antichrist"-Sampler. Eine Wucht... die Produktion ist nicht so sauber, die Instrumente sind rauer und der Gesang grimmiger, auch ist die allgemeine Atmosphäre irgendwie ergreifender und erhabener als die meisten anderen Songs des Albums. Mit "Aus der Dunkelheit" lässt man die CD dann auch so enden wie sie begann.

Fazit:
Bei der "Gottesaustreibung" handelt es sich mitnichten um ein schlechtes Album, jedoch reicht es meines Erachtens nicht völlig an die Qualität des Erstlingswerkes der Band heran. Es sind zwar mit "Chirstenausweidung", "Oasen aus Blut" und dem mächtigen "Der Sturm verstreut die Asche" wirkliche Hämmer auf der CD, jedoch erreichen auch diese nicht die atmosphärische Dichte eines Songs wie "Ausrottung", "Blutdurst" oder "Nachts in den Wäldern". Wie gesagt, kein schlechtes Album, aber ich bin trotzdem irgendwie ein wenig enttäuscht. Die CD kommt in zwei Ausführungen: einmal als Digi, limitiert auf 100 Exemplare, sowie als normale CD, limitiert auf 233 Stück. Das Interessante: beide Fassungen besitzen auch komplett unterschiedliches Artwork.

7.0 / 10 Punkte

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