Donnerstag, 21. Februar 2013

Review: Aura Hiemis - While The Rest Of The World Sleep... (CD, FunerArt)

Durch einen glücklichen Zufall kam ich in den Besitz des zweiten Albums der mir bis dato völlig unbekannten Ein-Mann-Band Aura Hiemis aus Chile. Als ich dieses Werk hörte, kam ich mir wie in der Zeit zurückversetzt vor. Geboten wird hier ein atmosphärisch unglaublich dichter Mix aus Funeral Doom und Death Metal mit klassischem Ambient-Einfluss, der an die ersten Werke von Theatre of Tragedy denken lässt - bloß ohne den weiblichen Sopran. Oder auch an ganz frühe My Dying Bride.




Das ist auch der Grund, warum ich dann zweimal schauen musste, um mich zu vergewissern, woher der Mann, namentlich V., hinter diesem Projekt kommt. Und da stand tatsächlich weder Norwegen, noch Schweden oder Finnland, sondern Chile. Und das liegt bekanntlich ja noch nicht einmal in Europa! Selten genug, dass aus Südamerika wirklich brauchbare atmosphärische Dunkelmusik kommt, und daher umso erwähnenswerter. Das Album hält fünf eigene Stücke und ein Forest Of Shadows Cover bereit. Die Musik ist zutiefst traurig, düster und lässt keinen Funken Hoffnung aufkommen. Gleiches gilt für den Gesang, der sich mal in Growls widerspiegelt und dann und wann auch mal klar daher kommt. Teilweise finden sich auch regelrechte Duetts ("Whispers In The Dark") - da natürlich mit abwechselndem Gesang. Es wird allerdings auch ein wenig gekeift, wie bei "A Morning Fade Away" - und... ist das etwas Frauengesang, welchen ich im gleichen Song vernehme?! Dabei besitzen sämliche Songs Überlänge und bewegen sich in Gefilden von fünf - 13 Minuten. Den kürzesten eigenen Song stellt noch das knapp sieben minütige Instrumental "Made To Lose It All", welches nicht so depressiv wirkt, wie der Rest des Albums, was wohl daran liegen dürfte, dass es hier keinen Gesang gibt. So klingt dieser instrumentale Doom Metal-Song eher episch und ein wenig erhaben, den Eindruck verliert man jedoch, wenn man den Samples zum Ende hin lauscht. Da vergeht einem schnell wieder da Grinsen. Nein, für positive Eindrücke ist hier kein Platz. Definitiv nicht.

Fazit:
Ein Album, welches mich absolut überzeugt hat. Ich mag diesen alten Doom/Death. Allerdings geht es hier weniger Richtung alte Asphyx, sondern man fährt hier eher die Gothic/Doom/Death-Schiene Marke alte Tristania, Theatre of Tragey oder November's Doom mit zusätzlichem Ambient, was dann eher wieder an Musik Marke Wraith Of The Ropes erinnert. Für jeden, der für solcherlei Musik empfänglich ist, absolut zu empfehlen. Am besten im dunklen Kämmerlein bei Kerzenschein und einer Flasche Rotwein geniessen. Inzwischen wurde das Album auch neu aufgelegt durch das Label Endless Winter, welche auch die aktuelle 3er-Split mit Sculptor und Ego Depths veröffentlichten.

7.5 / 10 Punkte

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