Dienstag, 8. Januar 2013

Review: Orchid - Capricorn (CD, The Church Within Records)

Nachdem ich vor einiger Zeit ja die aktuelle EP "Heretic" der Amis von Orchid unter die Lupe nahm (siehe hier), war ich ja gespannt, wie das vorherige - und bisher einzige - Album aus dem Jahr 2011 klingen mag. Eine großartige Überraschung war es nicht, dass sich das Material ebenfalls sehr an dem Okkult Rock der End-60er/70er Jahre orientiert.







...und wieder kommen einem unweigerlich Black Sabbath beim hören von "Capricorn" in den Sinn, aber auch eher psychedelische Sachen wie Iron Butterfly, genau wie klassische Doom-Einflüsse lassen sich heraushören. Dieses ursprüngliche, wilde 70er Okkult-Feeling wurde hier wirklich sehr gut eingefangen. Kaum zu glauben, dass die Scheibe wirklich aus der heutigen Zeit stammt. Das Cover ist dabei wie auch schon die EP "Heretic" optisch im Stil dieser Zeit gehalten. Schwarz mit verschiedenen Abstufungen von Weiß, sowie psychedelisch anmutende Grün- und Rottöne dominieren hier ganz klar. Der Ziegenkopf auf dem Cover sollte dann auch direkt jedem klar machen, um welche Thematiken es in den Texten geht. Die sind zwar auch 'satanisch' aber in erster Linie wohl eher allgemein okkult, naturverbunden und mystisch gehalten. Jedes Lied hat so seinen ganz eigenen Wiedererkennungswert. So überzeugt "Eyes Behind the Wall" gleich zu Anfang mit seinem nostalgischen Charm. "Capricorn" ist da schon eine ganze Spur Hard Rock-lastiger und wirkt dadurch auch etwas 'wilder'. Zu dem titelgebenden Lied wurde sogar ein Videoclip gedreht, den man sich etwa auf Youtube zu Gemüte führen kann. "Black Funeral" ist dagegen sehr Doom-lastig ausgefallen und hat schon beinahe etwas Rituelles an sich. Das folgende Stück "Masters of It All" ist da schon wieder als klassische Arbeit okkultem 70er Hard Rocks zu bezeichnen und erinnert nicht nur einmal an Black Sabbath. Das alles zieht sich durch die verschiedenen Stücke des Albums. Ebenfalls enthalten ist "He Who Walks Alone", welcher der Vinyl-Ausgabe von "Heretic" als Bonus Lied beilag. "Electric Father" ist dann noch ein sehr psychedelisches Stück, vielleicht das psychedelischste der gesamten Scheibe - inklusive drogenschwangeren Gitarrensoli. Den Abschluss bildet "Albatross", ein eher ruhiges, balladenähnliches Lied mit Akustikgitarre und reichlich Keyboard Einsatz. Für einen Rausschmeißer perfekt, insgesamt passiert hier aber doch zu wenig - bis zum letzten Drittel, in dem nochmals psychedelische Züge zum tragen kommen.

Fazit:
Ich wollte das neue Jahr nicht direkt mit einem Scheiß-Release starten, deshalb entschied ich mich, erst einmal "Capricorn" zu besprechen. Was bleibt also noch zu sagen? Eigentlich nur, dass sich jeder, der mit der Musik von der "Heretic" EP etwas anfangen konnte, sich auch unbedingt dieses Album zulegen sollte. Ich kannte Orchid vor Erscheinen der EP ja leider überhaupt nicht, und bereue es auf jeden Fall nicht, mir nachträglich noch das Album zugelegt zu haben.

9.0 / 10 Punkte

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