Samstag, 26. Januar 2013

Review: Fester - Winter Of Sin (LP, Iron Bonehead Productions)

Das berliner Kult-Label Iron Bonehead veröffentlichte vor ein paar Jahren das Debüt-Album der Norweger Fester aus dem Jahr 1992 endlich auch auf Vinyl, da es dieses bisher nur auf CD zu ergattern gab. Damals unter No Fashion, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mittlerweile out of print ist.







Was die Musik angeht, so wird hier schnörkelloser, rockiger Black Metal geboten, der gar ein paar oldschoolige Death- und Thrash-Einflüsse aufweist. Und so zeigt sich die A-Seite schon einmal relativ melodisch-bolzerisch. Das fängt bei "Winter Of Sin" an und endet bei "Victory!!!" (man beachte die drei Ausrufezeichen). Hinzu kommt, dass Fester mit ihrer Art von düsterem Metal nicht so typisch nordisch für damalige Verhältnisse klingen, sondern auch vor allem eher an die Spielweisen alter polnischer Werke erinnern. So sind passagenweise durchaus Momente hörbar, die an frühe Graveland erinnern (die allerdings erst später bei der bekannten Band aus Polen zum tragen kamen). Seite B hält da dann eher das Gros auf den Blackened Thrash Metal, der hier geht es insgesamt eine Ecke spielfreudiger, wirrer und rotziger zu, als noch bei den ersten fünf Liedern. Besonders hervorheben möchte ich hier den dritten Song "A Dogfight Leaves A Trace", welcher auch stimmungsvolle Anleihen an den traditionellen Doom Metal inne hat und sogar mit Chor-Samples aufwartet, sich aber ansonsten eher Death- und Thrash-lastig zeigt, inklusive gezogenem Gitarrenspiel, was einen auch an die guten alten Death aus Amiland denken lässt.

Fazit:
Fester existieren bis heute, und haben sogar letztes Jahr ein aktuelles Album veröffentlicht, zu dem ich allerdings nichts sagen kann, da mir mal abgesehen von ihrem hier rezensierten Erstwerk nichts bekannt ist. Vielleicht komme ich ja noch einmal in den Genuss eines Albums dieser Band. Stören würde es mich auf jeden Fall nicht, sofern, das Material von der Art auf "Winter Of Sin" ist. Für damalige Verhältnisse hatte man schon einige interessante Fascetten zu bieten, die heutigen Neulingen aber wohl eher nichts mehr als ein müdes Lächeln hervorlocken werden. Doch man muss das Werk als das sehen, was es letztendlich ist: ein typisches Kind seiner Zeit mit einigen netten eigenen Ideen, die sich auch heute noch weitverbreitet wiederfinden lassen. Allerdings wirkt das Album für eine höhere Punktevergabe dann doch eine Spur zu monoton und unspektakulär. Der Basser der Band ist im übrigen bereits verstorben, und diese Veröffentlichung ist mehr oder weniger dem Gedenken an ihn gewidmet. Limitiert auf 500 Exemplare (nicht durchnummeriert!).

8.0 / 10 Punkte

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