Donnerstag, 10. Januar 2013

Review: Acherontas - Vamachara (LP, Agonia Records)

Das immer noch aktuelle Werk der Okkultisten Acherontas aus Griechenland aus dem Jahr 2011, erfuhr nun auch endlich eine Vinyl-Veröffentlichung - und zwar unter dem Banner der polnischen Kultschmiede Agonia Records (die u.a. für die Werke von Infernal War oder die neue Opera IX verantwortlich zeichnen). Stiltechnisch weicht man keinen Milimeter vom bisher beschrittenen Pfad ab, und bietet genau das, was man schon damals unter dem Namen Stutthof zelebrierte: anti-kosmischen Okkult Black Metal mit Ambient...




und ich muss sagen, auch wenn man vielleicht denken könnte, dass das ganze so langsam ziemlich ausgelutscht sein müsste, und man eigentlich nichts wirklich neues von der Band erwarten kann, setzen Acherontas hier immer noch einmal einen drauf. Nach dem Einklang "Opening The Eyes of Storm", der düsteren Ambient mit rituellem Sprechgesang, flüsternden Stimmen und Soundtrack-Bombastik kreuzt, geht es nach gut 2 1/2 Minuten auch schon los mit dem ersten richtigen Lied "Blood Current Illumination", in dem man einmal mehr seinen ureigenen Stil klarmacht. So fängt er an wie eine typische Hymne der Band, der auch den typischen Geist der Pre-Acherontas Zeit atmet. Dann kippt das ganze jedoch, und durch einen beinahe verspielt wirkenden Gitarrenlauf wird mit einem Mal klar, dass das hier zwar der für Acherontas typische Sound ist - jedoch gleichzeitig auch jenseits allen Sphären ist, in denen sich die Band bisher bewegte. Ein fast schon abartig melodisches Gitarrenspiel, ein Schlagzeug, dass nicht von dieser Welt zu sein scheint und ein Gesang, der zwischen grimmiger Keifstimme und tiefem Ritual-Chor hin und her schwankt. Ja, das ist Musik, bei dessen Klängen man am Weltuntergang abtreten möchte. Gespannt, ob das gleich zu Anfang gesteckte enorm hohe Niveau gehalten werden kann, gleich mal die Platte umgedreht. Es erschallt mit "Abraxas" ein zunächst instrumental anmutender Song mit Chören, der dann jedoch schnell in diesen majestätischen Midtempo-Black Metal übergeht, den man von Acherontas gewohnt ist, und für den zumindest ich die Band sehr schätze. Ein sehr hymnisches Gitarrenspiel, gekonnt gesetzte Tempowechsel und Breaks, erneute Wechsel der Gesangsstile. Das alles passt super zusammen und wirkt von vorne bis hinten rund. So muss das und nicht anders. Auch das der eigentliche Song abrupt im letzten Viertel endet, um einer Akustikgitarre Platz zu machen verwundert mich da nicht mehr. "Vamachara" beginnt rhythmisch mit Wechselspielen zwischen den Instrumenten. Das anfängliche Wechselspiel zwischen beschwörendem Kehlkopfgesang und grimmigem Schreigesang wird aber sicherlich nicht jedem auf Anhieb gefallen. Ich zumindest brauchte zunächst ein paar Anläufe. Besonders hervorzuheben ist hier das erhabene Gitarrensolo zum Ende hin. LP gewechselt. Seite C startet mit "Ohm Krim Kali" - ein teils orientalisch anmutendes Ambient-Stück, welches jedoch jetzt wirklich sehr gewöhnungsbedürftig ist. Zwar ordentlich dargeboten, jedoch wirkt es zumeist sehr wirr. Vielleicht ja auch genau so beabsichtigt - bei Acherontas bin ich sogar davon überzeugt, da ich bei dieser Band den Eindruck habe, dass bei ihren Veröffentlichungen nichts dem Zufall überlassen wird. "Beyond The Mazeways to Ophidian Gnosis" bietet dann noch einmal einen wahren Hammer an Liedgut, welches eine ähnliche Intensität wie "Blood Current Illumination" besitzt. Es folgt mit "Drakonian Womb (Double Mem and Single Aleph)" der letzte Song des Albums und wartet gleich zu Anfang mit einem epischen Gitarrenlauf auf - getreu seiner Laufzeit von über 10 Minuten. Ein Rausschmeißer, der zum Schluss noch einmal alles gibt und gut und gerne auch für eine Split-Veröffentlichung Verwendung gefunden hätte, da er etwas losgelöst vom Rest des Albums wirkt.

Fazit:
Insgesamt ein grandioses Album, und ein Zeugnis dafür, dass okkulter Black Metal auch heute noch funktioniert, und nicht unbedingt langweilig und festgefahren sein muss. Davon zeugen ja auch Bands wie Nightbringer, Inquisition, Kaosritual oder Kaos Sacramentum. Dass es trotz alledem nicht zur Höchstpunktzahl gelangt hat, liegt hauptsächlich an dem gewöhnungsbedürftigem Song "Ohm Krim Kali", der bei mir einfach nicht zünden will.

8.5 / 10 Punkte

1 Kommentar:

  1. Das Cover spricht mich sehr an, ich bin gespannt was sich dahinter versteckt...

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