Mittwoch, 30. Januar 2013

Review: Acerbitas - Urkaosets Svarta Vredesdom (LP, Afgrundsvisioner/Ancient Records)

Acerbitas ist ein weiteres Band-Projekt aus Schweden, welches ich im Zuge einer großangelegten Bestellung bei Ancient Records erstanden hatte. Und auch dieses Release dürfte wohl heute, knapp zwei Jahre nach Veröffentlichung, längst ausverkauft sein. Allerdings auch völlig zurecht. Es handelt sich hier um ein Soloprojekt von Sir N. (u.a. Svartrit, Helgedom, Grav, Hädanfärd und einst Sänger bei Kaos Sacramentum, die es inzwischen ja nicht mehr gibt).





Schon erstaunlich, wie der Kopf hier hinter es immer wieder schafft, dass seine Projekte nie wirklich gleich klingen, sondern immer wieder neue Fascetten des Black Metals angesprochen oder in den Vordergrund gerückt werden. Ist es bei Grav eher ein Hauch von Doom, dagegen bei Grifteskymfing eine leichte depressive Note, ist es bei Helgedom eher ein paganer Grundtenor und bei Kaos Sacramentum eine leicht hymnische Atmosphäre, so ist es bei Acerbitas dann eher ein gewisser spiritueller Okkultismus. Texte, die eine gewisse Glorifizierung des Todes innehaben und sich mit Anti-Kosmos beschäftigen. Das Ganze hört sich musikalisch so an, als hätte es nach den ersten Werken von Burzum und Mayhem nichts mehr gegeben. Sowohl diese hypnotisch-epische, aber auch 'leere' Atmosphäre, die zum Beispiel Burzum's Debüt oder der "Aske"-EP innewohnten, als auch dieses Mystische wie bei Mayhem's "De Mysteriis Dom Sathanas" lassen sich hier finden. Dabei erinnert die Spielfreudigkeit der Instrumente jedoch an die alten Werke einer ganz anderen Band - nämlich an die ihrer Landsleute Dissection, insbesondere meine ich dabei "The Somberlain" oder "Storm Of The Light's Bane" - jedoch ohne dieses thrashige oder den Death Metal Einfluss dabei. Das hier ist halt purer Black Metal, und so soll es ja auch sein. Die meiste Zeit bewegt man sich im hymnisch anmutenden schnelleren Midtempo, schaltet aber auch mal einen Gang höher. Auch scheut man sich nicht davor, Samples zu verwenden oder einen fast klagenden Sprechgesang einzusetzen (wie beim ersten Song der B-Seite, in dem auch Glockenschläge ertönen).

Fazit:
Ein granidoses Album! Von meiner Warte aus wurde hier alles richtig gemacht. Acerbitas schreibt die Geschichte zwar nicht neu, und dem Genre wird eigentlich auch nichts neues hinzugefügt. Doch dies ist wahrscheinlich auch gar nicht die Intention des Albums. Hier geht es lediglich darum, zu zeigen, dass das alte Feuer in manchen Herzen auch heute noch lodert! In diesem Zusammenhang handelt es sich bei diesem durch und durch sich der alten Schule verschriebenen Album um einen Flächenbrand epischen Ausmaßes!

9.5 / 10 Punkte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen