Samstag, 29. Dezember 2012

Review: Seelengreif - ...zum Tode betrübt (CD, Obscure Abhorrence Productions)

Die nun auch schon ein paar Jährchen aktive Band Seelengreif aus Thüringen (gegründet 2003) lässt auch mal wieder von sich hören. Tatsächlich fand ich es nach der grandiosen Demo "Jenseits der Tore", die sowohl eine MC-, als auch jeweils eine CD- sowie LP-Auswertung erfuhr, direkt schade, dass nun annähernd gute fünf bis sechs Jahre nichts mehr von diesem vielversprechenden Projekt zu hören bekam...





Dafür melden sich die vier Herren mit ihrem Debüt-Album "...zum Tode betrübt" umso mächtiger wieder zurück in der Welt der Lebenden. Für alle die, die mit Seelengreif bisher nichts zu tun hatten: es handelt sich bei den Beteiligten mitnichten um Unbekannte, sondern vielmehr um Musiker, die sich zurecht einen Namen in der 'Szene' erspielt haben. Unter anderem (und allen voran) Grroll, der hier vor allem durch seine hammermäßigen Gesangseinlagen überzeugen kann. Auch ist er, wie ebenfalls bei Odal, für das Schlagzeug verantwortlich, welches dank der klaren und fetten Produktion sehr druckvoll aus den Boxen erschallt. Dann gibt's da noch Taaken, der ja mittlerweile jedem etwas sagen wird, der sich auch nur ein wenig mit dem Deutschen Black Metal Untergrund beschäftigt. Vor allem aber durch seine Band-Projekte Odal, Erhabenheit und Wolfsschrei - er ist bzw. war auch aktiv in Bands wie Barastir und Wald Geist Winter. So, nun aber geung Hintergrund. Widmen wir uns dem Kern dieser Rezension, nämlich dem aktuellen Seelengreif-Werk. Wie bereits erwähnt, ist die druckvolle Produktion wirklich sehr gelungen, wobei der Gesang und die Gitarren hier etwas in den Vordergrund gerückt wurden, wie mir scheint. Allerdings kommt das Schlagzeug auch richtig schön zur Geltung, vor allem wenn die Doublebass zum Einsatz kommt - so gleicht direkt der Einsteiger des Albums "Totenstille" einem zwar harmlos beginnenden Lüftchen, welches sich jedoch nach und nach zu einem wahren Sturm entwickelt. Der grimmige Keifgesang ist sauber vorgetragen und man versteht nahezu jedes Wort. Endlich einmal ein Album, bei dem man keine abgedruckten Texte benötigt, um zu verstehen, was der ehrenwerte Herr oder meinetwegen auch die Dame (gibt's ja auch im Black Metal) hinter dem Mikro einem sagen will. "Klagend im Sturm" führt diesen Weg konsequent weiter, präsentiert sich aber noch eine Spur melodischer und bietet sogar recht verspielte Gitarrenpassagen. Grroll versteht es zudem seiner Stimme verschiedenste emotionale Fascetten zu entlocken - so klingt sie mal eher wütend und zornig, dann aber wieder sehr verzweifelt und klagend - wie der Titel eben auch vermuten lässt. "Blanker Hass" beginnt da doch schon anders: auf eine Basslinie folgt ein tristes Gitarren/Schlagzeug-Spiel, dem hassgetränkte Growls folgen, nebst dem Einsatz von Streichern - das hat schon beinahe den Flair alter Doom Metal Werke der Marke Theatre of Tragedy (man möge mir diesen Vergleich verzeihen). Was folgt erinnert mich, sowohl von instrumentaler Seite her als auch vom poetisch in Reimform Gesang, der ein wahres Feuerwerk an Splatter- und Gore-Thematik auffährt, an die guten alten Wolfsmond ("Des Düsterwaldes Reigen" oder auch "Tollwut"). Mit "Gleich der dunklen See" folgt ein instrumentales Akustikstück, welches ebenso gut auch von Empyrium stammen ("Weiland") könnte. "...vom Sterben" stellt dagegen eine etwas melancholischere und fast schon depressive Art schwarzer Künste dar. Der Song beweckt sich auch eher im langsameren Midtempo-Bereich, in dem besonders die Sangespassage ab etwa Minute hervorsticht, so auch die folgende ruhigere Passage und der einsetzende selbstzerstörerische Black Metal. "Staubgeboren" kommt dagegen wieder sehr erhaben rüber, nichts desto trotz ist das Lied durchzogen von einer gewissen Traurigkeit und schwelgerischen Todessehnsucht, die sich auch im Text widerspiegelt. "Grimmige Macht" zeigt dann zum Abschluss noch einmal die grimmige Seite der Band, sowie im letzten Viertel noch einmal den Hang zur Melodie und geht nahtlos in einen instrumentalen Epilog über.

Fazit:
Ein Hammer-Album! Mehr Worte braucht es da nicht. Neben dem Werk "Stille" von Nebelmythen definitiv eins der besten Werke, die ich dieses Jahr zu hören bekommen habe (auch wenn beide Arbeiten bereits aus dem Jahr 2011 stammen und somit leider auch nicht das Prädikat "Album des Jahres" von mir erhalten können).

8.5 / 10 Punkte

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