Mittwoch, 12. Dezember 2012

Review: Obscura Monotonia Animae - Crepusculum Aeternorum Cruciatuum (CD, Kristallblut Records)

Die neue Veröffentlichung aus dem Hause Kristallblut hat nun auch mich erreicht. Die Ein-Mann-Band aka Lord Svart aus Italien präsentiert mit "Crepusculum Aeternorum Cruciatuum" sein erstes Album. Was geboten wird? Instrumentaler Ambient Black Metal im Stile von etwa Sieghetnar zu "Todessehnsucht" Zeiten.






Wer bei diesen Zeilen bereits aufgehört hat zu lesen - ok, ich habe vollstes Verständnis für alle, denen rein instrumentaler Black Metal mit Ambient einfach nichts gibt oder einfach nicht genug ist. Ich verstehe euch, wirklich. Zumal gerade diese Untersparte des Black Metal oftmals eher schlecht als recht ist. Billige Drumcomputer, zu unspektakuläre und zu monotone Darbietungen... dies trifft teilweise, dem Namen ganz entsprechend, auch auf Obscura Monotonia Animae zu. Das liegt aber dann auch größtenteils daran, dass die Lieder mit Längen von knappen acht Minuten bis sogar knapp 24 Minuten nicht unbedingt kurz ausgefallen sind, und so - wie bei so vielen Bands, die Songs mit Überlänge besitzen - das Problem der schnell heraufkommenden Langeweile besteht. So ist das ambiente Intro noch ganz gut, der darauf folgende Song "De Requisitione Relictae Memoriae" ist mit seinen knappen 13 Minuten Spielzeit auch sehr gut hörbar, da er verschiedene Stimmungs- und Stilwechsel in sich vereint. Allerdings entwickelt sich das anhören des dritten Songs bei mir bereits zur Geduldsprobe, und es erscheint mir schier endlos lange zu dauern, bis im letzten Viertel ein spaciger Ambient-Ausklang erklingt. Das ganze wird dann aber noch durch den folgenden "Restinctio Humani Generis" übertroffen - der bietet nämlich eine beachtliche Länge von über 23 Minuten! Gut fängt er ja schon an. Dark Ambient, etwas an Vinterriket erinnernd, gepaart mit fast schon schamanischen Einspielungen. Landschaften ewiger Einsamkeit... kommt mir dabei in den Sinn. Gefällt mir. Und gerade, wo man meint, die Grenze zum nervenden wird jetzt überschritten, setzt eine verzerrte Gitarre nehmst Keyboard-Teppich ein, anschließend das Schlagzeug. In verschieden schnell gespieltem Tempo geht es fortan die nächsten sieben Minuten weiter, bis eine akustische Gitarre unterlegt mit Wind-Samples erklingt, und dann ein paar Minuten später wieder in den erhaben, aber melancholischen Ambient Black Metal überzugehen. Und der zieht sich dann bis zur Minute 20, ab der ein ambienter Ausklang ertönt. "Inter Mortis Metum Et Vitae Tormenta" gefällt mir da schon eine ganze Ecke besser, allein weil man sich mit einer Länge von etwas mehr als sieben Minuten fast schon nur auf's Wesentliche konzentriert, ohne viel Tamtam. Das unvermeidbare Dark Ambient-Outro ist mir dann noch mit satten 11 Minuten Spielzeit wieder erheblich ZU lang ausgefallen... wie - wie ich schon bereits weiter oben erwähnte - bei so vielen anderen Bands gleichen Schlages.

Fazit:
Insgesamt betrachtet, ist das Erstlingswerk von Obscura Monotonia Animae kein wirklich schlechtes Album geworden, und mit Sicherheit nicht als Totalausfall zu bezeichnen, da es gerade aus der Sparte erheblich schlechtere, gar regelrecht grottige "Werke" gibt. Allerdings ist "Crepusculum Aeternorum Cruciatuum" auch weit davon entfernt, mich zu überzeugen. Klar, gute Passagen gibt es, und mit dem zweiten, sowie dem vorletzten Stück hat man gar zwei sehr gute Lieder auf dem Album - aber das reicht mir hier nicht. Vieles wirkt einfach zu langatmig, was in schnell aufkommender Langeweile resultiert und man einfach nicht mehr bereit ist den Liedern die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie (vielleicht) verdient hätten. Lord Svart ist mit seiner Band aber auf einem guten Weg, er müsste jetzt nur noch eine Spur mehr Eigenständigkeit zeigen und mehr aus sich heraus gehen. Sollte er dies beherzigen und auch umsetzen, dürfen wir uns schon getrost auf ein neues Album freuen.

4.5 / 10 Punkte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen