Samstag, 15. Dezember 2012

Review: Nargis - Was lange lag im Dunkeln... (CD, Lycaner Records)

Endlich, das Warten hat ein Ende. Nachdem mich seiner Zeit die Demo-Kassette der Band Nargis aus Hessen ziemlich begeisterte (und ja, ich höre sie auch heute noch ganz gerne), folgt nun mit "Was lange lag im Dunkeln..." das bereits lang angekündigte Debüt-Album, der vierköpfigen Formation. Ob es eine Steigerung zu "Triumph des Zorns" darstellt, lest ihr nun...






Gar nicht zu glauben, dass es nun nahezu drei Jahre her ist, dass die Demo veröffentlicht und über zwei Jahre seit meiner dazu Review zu diesem Werk vergangen sind. Nun aber zu den aktuellen Ereignissen: "Was lange lag im Dunkeln..." nennt sich das erste Voll-Album der Band, mit fünf Liedern und einer Spielzeit von etwa 49 Minuten ausgestattet. Bereits der erste Song "Wenn das Licht erlöscht..." hat über satte 11 Minuten Laufzeit. Hier wird auch direkt zu Anfang deutlich, dass es sich hier um eine sehr druckvolle Produktion handelt. Allerdings wird hier auch gleich die größte Schwäche des Albums klar: wo "Triumph des Zorns" noch in sich stimmig klang, klingt hier doch einiges zu arg in die Länge gezogen. Dafür standen ja auch, die zwar immer noch überlangen, aber im Verhältnis kurz-knackigen Stücke der Demo. Die standen der Band wesentlich besser zu Gesicht. Was allerdings nicht daran rütteln lässt, dass es sich bei "Wenn das Licht erlöscht..." musikalisch gesehen um einen guten Song handelt. Der Gesang ist dabei ganz in Ordnung, es gibt Krächz- und Schreigesang, sowie ein krankes Wimmern und Flüstern zu hören. Auch der akustische Mittelteil hat was für sich. "Echotod", das zweite Stück der CD fängt gleich im hymnischen Midtempo an - aber auch hier wird nach einer Weile des Hörens doch klar, dass über 12 Minuten eindeutig zu lang sind für einen Song diesen Formates. Vom Aufbau her auch relativ gleich zum ersten. "Mein Gang ins Dunkle" wartet dagegen mit knapp über sieben Minuten auf, und ist somit neben "Die Mutter frisst's" der kürzeste Song des Albums. Und ab hier weiss mich das Album auch zum ersten Mal wirklich zu überzeugen. Das klingt zunächst sehr primitiv und wirklich zornig hätte auch gut und gerne auf der Demo Platz gefunden - geht dann aber ab der dritten Minute über in einen eher melodischen Black Metal inklusive Gitarrensoli und verspielten Details, dass glatt der Eindruck entsteht, immer tiefer in einen Strudel des Wahnsinns gezogen zu werden. Es folgt mit dem bereits erwähnten "Die Mutter frisst's" ein Lied ähnlichen Formates, allerdings überwiegt hier der rein primitive Black Metal, der auch einige melodische Aspekte im Stile der Mitt-90er (ich denke da vornehmlich an Bands wie Gehenna oder Godkiller), sowie kranke Monologe im Stile alter Fäulnis-Werke enthält. Diese Momente sind leider etwas kurz geraten. Den letzten Song stellt "Die Nordwand" dar. Das Lied hatte ich bereits vor ca. einem Jahr in einer Rohfassung vom Label erhalten. Und ich muss schon gestehen, dass ich seitdem sehnsüchtig auf die Scheibe gewartet habe. Doch - das letzte Stücke weist mehr Paralellen zu "Triumph des Zorns" auf, als es irgend ein anderer hier vertretender Song inne hat. Vielleicht gefällt mir die Nordwand deshalb so gut, und da jucken einen dann auch die 12 Minuten Länge nicht mehr.

Fazit:
Das Debüt Nargis' ist zwar nicht das von mir erhoffte grandiose Album geworden, aber verdammt, dafür, dass die Jungs bisher nur dieses Album samt einer Demo draußen haben, fahren sie ein großartiges spielerisches Können auf. Allerdings muss ich auch sagen, dass einige Songs in und durch Passagen schon unnötig in die Länge gezogen wirken. Unter'm Strich sind die beiden ersten Stücke ganz ok, die beiden nächsten in meinen Augen wesentlich überzeugender, und der letzte Song schlägt ein wie eine Bombe. So sollte ein Album auch aufgebaut sein - bei einigen verhält es sich ja genau umgekehrt.

7.5 / 10 Punkte

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