Samstag, 15. Dezember 2012

Review: Grail - The Morning of Disillusionment (CD, Sol Records)

Eine relativ junge Band aus Deutschen Landen nennt sich Grail und besteht nahezu aus der kompletten Besetzung von Shores of Ladon. Grail präsentieren hier mit "The Morning of Disillusionment" ihr erstes Werk, welches die laut dem Label die ersten Aufnahme-Sessions der Musiker beinhaltet. Und wenn hier schon solche Musiker beteiligt sind, dann lässt das ja schon relativ weit blicken.






So kommt das erste auf CD gebannte Tonmaterial von Grail erwartungsgemäß im reinrassigen Black Metal Gewand daher. It's Pure... it's Black... it's Evil! Eine Old School Scheibe anno 2012 an der Euronymous seine wahre Freude dran gehabt hätte. Und das dazu auch noch aus Deutschland. Doch, Grail klingen zwar doch irgendwie typisch deutsch (die alten Sachen von Ewiges Reich etwa scheinen hier eine gewisse Inspirationsquelle gewesen zu sein), aber insgesamt entführt einen die Musik der Mannen eher in die Welt des kalten Nordischen Black Metal um die Jahre 1992-1994. Ohne irgendwelchen Schnickschnack wie Keyboards oder Frauengesang. Erstgenanntes kommt dann aber auch nur im Outropart zum Einsatz. Zur Abwechslung auch mal sehr passend zu den Thematiken sind die (gerne) benutzen Samples - die Stammen aus ganz verschiedenen Filmen wie "The Passion Of The Christ", "Interview With The Vampire", "The Company Of Wolves" (und bestimmt noch weiteren, die ich nicht heraushören konnte) - die üblichen Verdächtigen halt, wenn es um Einspielungen für Black Metal Scheiben geht - sogar Nargaroth bediente sich ja auf seinem Debüt an letztgenanntem Film (dort allerdings in deutscher Sprache). In diesem Kontext fand ich auch den Text auf der Rückseite des Beihefts sehr amüsant - gerade in Zeiten, in denen Plagiatsvorwürfe immer öfter die Runde machen, und sich die Großen in Deutschland wegen Urheberrechten die Köppe einschlagen. Sehr sympathisch, sag ich da nur! Die CD enthält übrigens sechs Lieder, inklusive dem Outro samt einem 'versteckten' Bonus Lied, welches ebenfalls sehr zur Thematik passend gewählt wurde, nämlich "Unholy Black Metal" von der Darkthrone Scheibe "Under A Funeral Moon" (und die stellt meiner Meinung nach immer noch das beste Darkthrone Album überhaupt dar - Fuck Off überbewertetes "Transilvanian Hunger"!).

Fazit:
Absolute Empfehlung meinerseits! Wer mal wieder richtig Bock auf guten Old School Black Metal ohne Verfälschungen hat, dem sei diese Scheibe nur ans schwarze Herz gelegt! Mich wundert im Nachhinein auch, dass die Scheibe wirklich keine Aussetzer hat und zu keiner Zeit langweilig wird, trotz dass der vorgetragene Black Metal doch irgendwie monoton ist - aber Scheiße: Genau das waren halt die Mitt-90er!

9.0 / 10 Punkte

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