Dienstag, 20. November 2012

Review: Hasserben & Searing Skull - De Vesontio Ad Argentoratum (CD, Die Unaussprechlichen Kulten/Atavism Records)

Hier haben wir nun das Gemeinschaftswerk zweier französischer Underground Black Metal Bands. Hasserben um die neue Sängerin Spleen existieren seit 2004. Spleen gibt auf dieser Scheibe ihr Debüt. Das Duo Searing Skull existiert seit 1997, begann allerdings erst im Jahre 2001 damit, Veröffentlichungen rauszuhauen.







Zunächst erschallen Hasserben mit ihren fünf Lieder aus den Boxen. Ein riutell-anmutendes Intro, welches glücklicher Weise nicht allzu lang ausfällt, danach der erste wirkliche Song "Errance" (soviel wie etwa "Irrfahrt"). Hier wird gleich klar, dass Freunde sauberer Produktionen hier einpacken und nach Hause gehen können - denn was hier geboten wird, ist zwar melodisch zu nennen, aber sehr räudig und dreckig aufgenommen worden. Es lebe der Underground! Der Song beginnt zwar recht unbeholfen, schafft aber die Kurve und kann sich zur Mitte hin richtig steigern, und zeigt auch gleich einmal, wozu die Band instrumental gesehen fähig ist. "La Marche de l'Hérétique"... bei so einem Titel erwartet man schon etwas mehr, und das wird auch durchaus geboten. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten auf dem letzten Song, lässt sich das hier ohne weiteres mit Sachen wie Monarque oder Darkened Nocturn Slaughtercult vergleichen. Letzterer Vergleich wohl eher wegen der Stimme. "Torpeur Mortuaire" schlägt dabei in die gleiche Kerbe, auch wenn der Gesang mir hier an ein paar Stellen nicht so gefällt, da sich die Sängerin doch überschlägt. Das klingt dann eher nach heul-heul-Musik - wobei das ja wieder eigentlich zum Titel passt. Als letztes folgt mit "The Vampiric Tyrant" ein Cover des Satanischen Kriegsministers aus Finnland. Gar nicht schlecht, schaffen es die Hasserben doch, dem Song ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Searing Skull erklingen. Nach einem eher militärisch anmutenden Gitarrenspiel kommt's auch gleich knüppeldick und - ihr ahnt es vielleicht bereits - es folgt War (Black) Metal in seiner ursprünglichsten Form. Scheiß auf Atmosphäre und Melodie, das ist sowieso viel zu überbewertet. Nee Leute, das klingt mir einfach zu einfältig und erinnert dabei an Dumpfbacken, wie die erste Kriegsgott Scheibe. "Dead Upon The Cold Earth" klingt da überraschender Weise gleich ganz anders. Das hört sich sogar recht doomig an, oder wie der Beginn eines Mortician Songs, wenn man natürlich von dem Gesang absieht. Das ist Black Metal-Gekeife durch und durch. Aber das hier hat definitiv was... allerdings erfährt das Lied kaum eine Steigerung oder Höhepunkt, so dass es eigentlich nur vor sich herdumpelt. "Those Who Still Hope" ist da schon eine Spur härter, instrumental gesehen irgendwo zwischen War Metal, Thrash Metal und Black Metal. Beeindruckend ist hier auch die Doom-Gitarre, die knapp nach der Hälfte der Laufzeit einsetzt und in einen Akustikpart übergeht. Was dann folgt kommt dem Begriff Geistermusik sehr nahe. Leider ist dieser Part in meinen Augen viel zu kurz. Der letzte im Bunde ist "Agony Of The Universe" und orientiert sich instrumental an dem ersten Beitrag von Searing Skull, allerdings mit mehr Atmosphäre. Da finde ich es gleich schade, dass die CD hier schon zu Ende ist, denn davon hätte man gerne noch ein paar Lieder mehr gehört.

Fazit:
Weder Hasserben noch Searing Skull würde ich jetzt als schlechte Bands bezeichnen, die Leute verstehen es zumindest mit ihren Instrumenten umzugehen. Dennoch spreche ich den Hasserben eine Spur mehr Detailverliebtheit und Atmosphäre zu, allein schon deshalb, weil sich die Drums bei Searing Skull in meinen Ohren zu statisch und steril anhören. Einzig der letzte Song der Band vermochte es, mich immerhin wirklich aufhorchen zu lassen. Ansonsten bleibt wohl zu sagen, dass die Musik beider Gruppen noch ausbaufähig ist.

6.5 / 10 Punkte

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