Samstag, 24. November 2012

Review: Evocation Of Despair - Auf ewig mit Dunklem vereint (CD, Urtod Records)

Gegründet im Jahr 2011, ist Evocation Of Despair ein noch relativ junges Band-Projekt aus deutschen Landen. Die Band besteht mittlerweile aus vier Leuten, die sich den Fotos in dem Digi nach zu urteilen ganz und gar dem Old School Underground verschworen haben. Davon zeugt jedoch nicht nur das s/w Artwork des ersten Werkes, sondern auch dessen Name "Auf ewig mit Dunklem vereint" und die Musik an sich.





Ich möchte zunächst aber noch einmal auf die Aufmachung zu sprechen kommen, da es sich hier doch um ein sehr erwähnenswertes Exemplar seiner Gattung handelt. Die Digi-Hülle ist wie ein LP-Klappcover gearbeitet, um diesen Eindruck zu untermauern, handelt es sich bei der CD ebenfalls um eine Vinyl-Stil CD, inklusive dem passenden Labeldruck. Das aufwendige Beiheft beinhaltet acht Seiten mit allen Texten sowie Fotos.

Gleich der erste Song "Sterbend die Wahrheit sehen" geht gleich in die Vollen. Richtig fieser und rotziger Underground Black Metal mit hasskeifendem Gesang und messerscharfen Instrumenten. Dazu gesellt sich nicht jugendfreie deutsche Lyrik. Genau so muss dat! Ein fast schon beiläufiges Gitarrensolo zum Abschluss und fertig. "Elegy of Madness" erklingt und weckt in mir irgendwie Erinnerungen an Werke von Bands wie Leichenstätte oder dergleichen. Emoitional und doch rau, auf jeden Fall depressiver als der erste Song. Apropos Leichenstätte... kann man Evocation Of Despair jedenfalls attestieren, dass sie ihre Instrumente (vor allem aber das Spielen des Schlagzeuges) besser beherrschen, als genannte Band in ihren Anfängen (das Drumspiel ist ja auch eine Sache, die von Krankheit bei Leichenstätte selber oft bemängelt wurde). "Es schimmern schwarz die heim'schen Wälder" ist der dritte Song und stellt mit über 11 Minuten Spielzeit den längsten Liedbeitrag der CD dar. Er fängt ebenfalls depressiv an, steigert sich aber in Sachen Geschwindigkeit und Atmosphäre noch ein wenig und wirkt hinterher eher wie ein Mix aus räudigem Misanthropic Black Metal gepaart mit einer Prise Melancholie und Nostalgie (was vor allem in dem akustischen Part im letzten Viertel sehr gut zum tragen kommt), um sich dann schließlich mit einem brachialen Knall zu verabschieden. Es folgt "Possessed by Solitude and Void", welches mit seinem depressiven Grundton relativ zahnlos beginnt, ab Minute 1:30 aber durch das einsetzende zusätzliche Gitarrenspiel eine stete Steigerung erfährt, welche gar darin gipfelt, dass man dies hier durchaus mit Sachen wie Nargaroth zu Demo-Zeiten ("Herbstleyd" - ich denke da vor allem an "Into the Void" oder "Shall We Begin") vergleichen kann. Leider wird dieser Stil nicht bis zum Ende durchgezogen, so dass der Song ähnlich endet wie er begann. Das letzte Lied nennt sich "Tormented by Devils" und stellt zum Abschluß noch einmal einen wahren Hammer dar.

Fazit:
Old School As(s) fuck! Hrhr, sorry, den konnt' ich mir nich' verkneifen. Klar ist das musikalische (Zusammen)Spiel noch ausbaufähig und natürlich ist die Produktion alles andere als sauber - aber scheiße, das ist der Underground, so sollte es sein. Insgesamt eine erfreuliche Veröffentlichung, vor allem, wenn man bedenkt, was derzeit im nationalen und internationalen Raum so alles unter dem Deckmantel des Black Metals herausgehauen wird. Limitiert ist das Teil auf 200 handnummerierte Exemplare, um noch eins der wenigen verbliebenen zu ergattern, rate ich, euch schnellst möglich mit Urtod Records (http://urtod.blogspot.de) in Verbindung zu setzen.

7.0 / 10 Punkte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen