Dienstag, 20. November 2012

Review: The Earth King - Cycling between Sun and Moon (CD, Kristallblut Records)

Das Album "Cycling between Sun and Moon" des Projektes The Earth King, welches hier musikalische Unterstützung von einem anderen Projekt mit Namen Dead Man's Hill erfuhr, stellt die zweite Veröffentlichung aus dem Hause Kristallblut Records dar. Kristallblut entstand aus dem Label Nordsturm Productions, welches ja gerade eine Art Wiederauferstehung feiern darf. Jedenfalls versucht man sich bei Kristallblut nun, ganz dem Namen entsprechend, auf Veröffentlichungen aus dem (Space) Ambient Black Metal-Bereich zu spezialisieren, was mit den zwei bisherigen Veröffentlichungen auch durchaus gelungen ist.


So kann man die Musik des Album von The Earth King als schamanischen, spirituellen Ambient Metal ansehen, der zwar eine gewisse Black Metal-Atmosphäre besitzt, mit selbigem aber so viel zu tun hat, wie etwa Schlager mit guter Musik. Das macht auch gleich der erste Song "House of Shadows" klar... Ritueller Kehlkopfgesang, gepaart mit düsteren Metal-Parts und einem nach Horrorfilm-Soundtrack schreiendem Keyboard. Das erinnert mich stark an Sachen wie Wraith Of The Ropes - die ja bekanntlich mit Black Metal auch nicht viel bis gar nichts am Hut haben. Allerdings klingen The Earth King auch nicht wirklich doomig. Der Metal-Anteil ist eher sehr Pagan orientiert. Mit der rituellen Ambient-Atmosphäre entsteht dadurch der Eindruck eines sehr naturverbundenen Werkes, was vorallem bei "Autumn Temple" oder "Entering the black hole of Infinity" zum tragen kommt. Wobei letztgenanntes Lied ganz klar den größten Black Metal-Einfluss des Albums für sich beansprucht. "Doodstrotseerder" ist ein sich eher rein auf den Ritual Ambient beziehendes Stück geworden. Hier klingen The Earth King dann auch sehr doomig. "The end of Salve Mater" ist dann wirklich ein reiner Ambient Song, soweit ich das sagen kann, ohne Gesang. Gefällt mir dann auch nicht mehr ganz so gut, wie alles vorherige. Außerdem für eine Art Zwischenstück eindeutig zu lang, aber immerhin nicht so langweilig, wie viele andere selbsternannte Ambient-Scheiben. Bei "Cycling between Sun and Moon" wird es dann noch einmal richtig mystisch und teils auch irgendwie "abgespaced", wie man so schön sagt. Das gefällt mir dann auch nicht mehr so wirklich, aber geht gerade noch so in Ordnung. Trotzdem hätte hier eine Spur weniger Space Ambient besser getan.

Fazit:
Ein wirklich eigenwilliges Album, mit einem sehr eigenen - und gerade deshalb wahrscheinlich auch sehr gewöhnungsbedürftigen - Stil, den man entweder mag... oder auch nicht. Mit Black Metal hat das Resultat wie gesagt nicht sehr viel zu tun, dann eher mit rituellem Ambient, der mit Pagan-, Doom- und eben nur einem Hauch von BM-Einflüssen aufwartet. Der traditionelle Gesang gefällt mir allerdings sehr gut und trägt auch sehr viel zur Atmosphäre bei. Totalausfälle sind keine zu verzeichnen, wenn auch das Album in meinen Augen nach guten vier Songs gehörig nachlässt. Aber das ist ja immer noch über die Hälfte. Ohne die beiden letzten Songs, hätte das Album von meiner Seite aus eindeutig mehr Punkte verdient, aber so ist es halt wie es ist. So, oder zumindest so in der Art muss für mich Musik klingen, die sich dem Thema Natur und Kosmos verschrieben hat. Für Black Metal-Puritisten sicher nicht gedacht, dafür aber sicherlich für Leute interessant, die gerne einmal über die eng gesteckten Grenzen hinaus sehen.

7.5 / 10 Punkte

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