Sonntag, 25. November 2012

Review: Apofolis - Geburt des Todes (MC, Eigenproduktion)

Nun weiß ich auch endlich mein Exemplar des neuen Apofolis-Tapes in meinem Besitz. Ob ich darüber glücklich sein soll, angesichts der Qualität der letzten Kassette (wie hiess sie noch?), bleibt abzuwarten.










Erst einmal ein paar Fakten. Wahr ist, dass die Qualität der Produktion des letzten Tapes voll in die Hose ging. Wenn man Vyranis glauben darf, traf das wohl auch auf die Erstauflage von "Geburt des Todes" zu. Die erschien nämlich ebenfalls als Tape und als Pro-CDr bei Depressive Illusions - mit deren Arbeit der Meister jedoch nicht wirklich zufrieden war, und so beschloss er, das Album nochmals, diesmal in Eigenregie aufzulegen. Dabei heraus gekommen ist das mir vorliegende Tape. Leicht abgeändertes Artwork, doppelseitig bedrucktes Inlay mit zwei abgedruckten Texten. Was die Produktion angeht, so kann ich eine Verbesserung gegenüber des D.I.-Releases nicht wirklich feststellen, da mir der Vergleich fehlt - allerdings kenne ich die alten mp3-Aufnahmen, und ich muss sagen, gegenüber diesen hat die Kassette eine beachtliche Klangqualität zu bieten.

Gut... was erwartet den geneigten Hörer nun auf "Geburt des Todes"? Im besten Fall ein lupenreines Black Metal-Album, im schlimmsten Fall ein ambient-durchzogenes Machwerk. Um es gleich klar zu stellen: das Album ist weder das eine, noch das andere, sondern siedelt sich irgendwo im Mittelfeld an. Mit dem Intro "Das Findelkind" hat man ein burzumdeskes Instrumental mit Babyschreien. "Einsam weilend" stellt ein kurzes Ambient Black Metal Zwischenspiel dar (ein solches direkt als zweiten Song zu wählen finde ich aber doch etwas deplatziert). Mit "Roter Schnee" hat man dann den ersten 'richtigen' Song. Soweit ist dieser sogar recht gelungen, was mich nervt ist nur dieses zu penetrante Keyboard-Geklimper, welches mich zu stark an die einfachen Ambient-Sachen von Burzum erinnert, die ich ebenfalls nicht mag (um es freundlich auszudrücken). Bei "Brodelnd' Blut" handelt es sich dann wieder um einen reinen instrumentalen Black Metal Song, der auch nicht ohne Grund seinen Weg auf den offiziellen Circle of Honor-Sampler gefunden hat, für mich das bisherige Highlight des Tapes! "Unter der Erde" ist wieder ein Lied im Black Metal-Stil mit Gesang und leichtem Ambient-Einfluss, der aber nur passagenweise Einsatz findet. Insgesamt eine sehr gute Darbietung, auch wenn ich persönlich dem folgenden "Meine Wut währt ewig" mehr abgewinnen kann - zudem ist dieses Lied mit über acht Minuten das längste der Kassette (und der zweite Apofolis-Beitrag auf dem CoH-Sampler nebenbei bemerkt). "Todestanz" stellt dann noch einen abschließenden instrumentalen und ambienten Ausklang dar, der allerdings auch nichts besonderes mehr bietet.

Fazit:
Insgesamt betrachtet muss man Apofolis schon zugestehen, dass die zweite Veröffentlichung unter Eigenregie schon wesentlich besser ist, als es das Debüt unter dem Banner eines ehemals renomierten Underground-Labels war. Der Klang ist super und nicht zu dumpf, die Atmosphäre kommt gut rüber, auch wenn der Funke bei mir persönlich bei einigen Songs nicht so ganz über springen will. Dafür bietet das Tape aber insgesamt auch zu wenig - sieben Lieder sind es insgesamt und fünf davon sind instrumentale Song. Davon sind dann noch mal zwei Stücke Ambient-Einspieler. Allerdings stellen die Instrumentalen "Brodelnd' Blut" und "Meine Wut währt ewig" für mich auch eindeutig die Höhepunkte auf der Kassette dar, mit "Unter der Erde" hat man sogar einen ordentlichen Song mit Gesang. Der Rest allerdings ist allenfalls Durchschnittskost, dass muss ich leider so sagen. Trotzdem retten die drei genannten Lieder das Gesamtwerk noch vor der Belanglosigkeit (immerhin machen sie, das muss man ja auch mal sagen, über die Hälfte der Spielzeit aus). Limitiert ist die Kassette auf 100 handnummerierte Exemplare. Wer eins haben möchte, der wende sich doch bitte gleich an Vyranis (vyranis@hotmail.com) oder an die Labels Unholy Black Art und Kristallblut Records (von denen weiss ich mit Sicherheit, dass sie noch Exemplare haben).

6.5 / 10 Punkte

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