Montag, 1. Oktober 2012

Review: Nightbringer & Acherontas - The Ruins Of Edom (LP, Agonia Records)

Seit einiger Zeit in meinem Besitz befindet sich auch die aktuelle Split der beiden okkulten Black Metal Vereinigungen Nightbringer und Acherontas. Mir liegt zudem die auf 300 Stück limitierte LP-Version vor, von denen die 50 ersten im blauen Vinyl kommen. Egal, bei so einem edlen Stück ist man schon mit schwarzem Vinyl zufrieden.







Beginnen wir mit der Seite NIGHTBRINGER. Die Band aus Amiland steuert vier Songs, mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 16 1/2 Minuten bei. Schon einmal nicht schlecht. Und schon am Anfang wird klar: das hier wird richtig... böse. Anders mag man es gar nicht beschreiben. "Ingress (The Gates Of Edom)" stellt ein ambientes Instrumental dar und könnte glatt aus dem Soundtrack von Filmen wie Hellraiser entnommen sein. "Mare" beginnt, und fegt alles hinweg, was ihm im Wege steht. Rasend, aber doch hymnisch, von epischem Okkultismus getragen. Musik um den Weltuntergang herauf zu beschwören. "The Grave-Earth's Son" steht dem in nichts nach. Wobei der Song dann doch nicht sooo extrem gitarrenlastig ist und eher rein im Midtempo anzusiedeln ist. Den Ausklang verkündet "Egress (Rebirth From The Ruins)". Wahrlich hat man hier nach Beendigung des Rituals nichts weiter als Ruinen hinterlassen. Das interessante ist, dass die Songs kaum Übergänge zu einander besitzen, wodurch der Eindruck eines einzigen langen Liedes entsteht. Ein Ritual, von Anfang bis Ende.

Seite ACHERONTAS hält dann die letzten beiden Stücke bereit, die die besagte Band aus Griechenland zum besten gibt. Acherontas sind ja gar nicht so ein neues Phänomen, wie manche ja gerne behaupten. Eigentlich kann die Gruppe als Nachfolger der 2007 aufgelösten Formation Stutthof angesehen werden, die ihr Schaffen ja mehr oder weniger als mystische NSBM-Band begannen, sich aber immer mehr dem rein Okkulten und dem Mythischen widmeten. Wie dem auch sei: mit "Layil" und "Reverence for the Scarlet Goddess" bietet man zwei neue Lieder, wovon das letzte lediglich ein Ambient-Stück mit rituellem Sprechgesang darstellt - als Rausschmeißer gut gewählt. "Layil" bietet dagegen Black Metal direkt in die Fresse, ohne Umschweife geht es direkt nach vorne. Es gibt hier und da aber schon auch einige Tempowechsel, wo es dann etwas gen Midtempo geht, auch der sehr gute Wechsel bei 2:18/2:19 ist sehr gut, was folgt erinnert einen an ältere Stücke wie Stutthof's "Wampyric Metamorphosis", dann nach gut einer Minuten ein erneuter Wechsel, es geht wieder gen Midtempo... zum Schluß wird das Ganze durch einen Akustikpart beendet... man merkt, dass sich die Band hier sehr bemüht hat, das ganze abwechslungsreich zu gestalten. Das jedoch wird vielleicht auch einige abschrecken, da der Song dadurch nicht gerade leicht zugänglich ist und auch nicht gleich ins Ohr geht. Man sollte sich schon darauf einlassen. Aber das setze ich bei interessierten Hörern diesen Bands ohnehin voraus.

Fazit:
Nightbringer sind absolut top. Etwas anderes fällt mir dazu einfach nicht mehr ein. Acherontas ebenso - auch wenn "Layil" seine Zeit braucht, um zu zünden. Von den Griechen hätte ich mir überdies auch noch einen ruhig einen weiteren Song gewünscht - denn gerade mal ein richtiges Lied und ein Ambient-Stück (auch wenn's mit Gesang ist) ist doch eher wenig in der Präsentation. Andererseits auch verständlich, denn ein weiterer 8-9 Minüter hätte sicherlich nicht mehr auf die Platte gepasst.

9.0 / 10 Punkte

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