Sonntag, 21. Oktober 2012

Review: EgoNoir - Fortuna Teil I (Velut Luna Statu Variabilis) (MC, Der neue Weg Productions)

Was sich bei einer Band von einer Veröffentlichung zur nächsten nicht alles verändern kann... das dachte ich mir jedenfalls auch beim betrachten des neuen EgoNoir Werkes "Fortuna I". Nicht nur, dass BinZynisch jetzt nicht mehr "BinZynisch" heißt sondern "JanuZ", nein auch die feste Besetzung besteht jetzt auch drei Leuten. Musikalisch hat sich allerdings nicht viel geändert. So zelebriert man immer noch experimentellen Black Metal. Soll heißen, hier finden sich auch Einflüsse aus Dark Ambient, Industrial und Neofolk. Und diesem eigenwilligen Stil ist man nun sich nun schon eigentlich seit der ersten Demo "Also starb Zarathustra" treu geblieben.



Wobei so wirklich durchgezogen, hatte man diesen erst auf dem Album "Der Pfad zum Fluss" - seitdem hat man seinen Stil glücklicher Weise stets immer etwas ausgearbeitet und weiter verfeinert. Nein, ein stumpfes Kopieren der eigenen Werke kann man diesem Projekt wohl kaum vorwerfen. Und all jenen, denen der Black Metal Anteil in den letzten Werken "A new philosophical thunder rise" und "Reste... (was vom Sturme übrig blieb)" zu gering ausfiel, kann ich beruhigt sagen: das hat sich ebenfalls geändert! "Wolfsherrin" vereint direkt einmal Elemente aller drei Stilkomponenten miteinander und zeigt gleich zu Anfang auf, zu was EgoNoir imstande sind. Das ganze könnte auch Mitte der 90er Jahre aufgenommen worden sein - passend dazu gibt's im letzten dritte ein echt fieses Oldschool Gitarrensolo zu hören. Die (guten alten) Darkthrone lassen grüßen. "Mondsängerin" wird insgesamt eine Spur langsamer vorgetragen, und auch hier werden sich Liebhaber des Mitt-90er-Black Metals vom Schlage Gehenna, Godkiller, Diabolical Masquarade, Opera IX usw. direkt heimisch fühlen. Eingängige Melodie, leichter Keyboard-Einsatz hier und da, mystischer Singsang. Dritter und (leider) auch schon letzter Song ist "Fortuna (Velut Luna Statu Variabilis)", der im Stil eines Ausklangs mit ambienten Klängen daherkommt, die mit Sprechgesang und klassischen Samples unterlegt wurden. Lang geworden, jedoch nicht zu lang. Alle, die dann wie ich, die Kassette noch durchlaufen lassen, anstatt sie nach der offiziellen Liederliste zu beenden, erwartet noch ein versteckter Bonus Song in Form des volkstümlichen Liedes "Hohe Tannen", dessen letzte Strophe (die allerdings auch erst in der Zeit des NS-Regimes hinzugefügt wurde) etwas umgedichtet wurde. Hier hat man dann auch das Statement der Band zum Thema NS. Das sollte dann auch der letzte Idiot verstanden haben.

Fazit:
Ein tolles Werk. Nicht nur, dass es mich freut, dass ich mal wieder etwas von EgoNoir zu hören bekomme - hier hat man auch gleich das im Vergleich beste Material bisher abgeliefert. Schade, dass die Freude doch relativ kurz ausfällt, wenngleich die drei Lieder auch allesamt Überlänge besitzen. Limitiert ist die Kassette auf 200 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte

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