Samstag, 22. September 2012

Review: Winterreich - Wanderung durch die Ruinen der Zeit (MC, Schattenkult Produktionen)

Neues aus dem Hause Schattenkult... neben vier weiteren Veröffentlichungen erschien jüngst das erste Album-Tape des deutschen Duos Winterreich aus Bayern.  Zumindest Sänger Aske dürfte dem einen oder anderen bekannterer sein - so findet sich sein hasstriefendes Gekeife auch bei der Band Ravnsvart wieder, in der er mometan alleiniges Mitglied ist.  Unter dem Namen brachte man das Tape "In den Fängen der Kälte" heraus - unter dem Label Black Blood Records, dem Unterlabel der gar nicht so unbekannten Einheit Produktionen. Doch ich greife vor, schließlich wollte ich diese Kassette zu einem späteren Zeitpunkt auch noch besprechen. Nun aber zunächst einmal volles Augenmerk auf das hier vorliegende Werk "Wanderung durch die Ruinen der Zeit"...


Was die Aufmachung betrifft, wie von Schattenkult gewohnt, ist sie wirklich gelungen und qualitativ hochwertig - gleichzeitig ist das Artwork aber auch sehr trist und einfach gehalten und beschränkt sich auf das Wesentliche: Frontcover, Bandfoto, Texte, fertig. Was mich auch gleich zu der Musik von Winterreich bringt. Die ist nämlich ebenfalls als trist zu bezeichnen - was hier jetzt jedoch nicht negativ aufgefasst werden soll. Trist ist hier vorwiegend die Atmosphäre, die den Hörer meist in eine große Leere eintauchen lässt. Dabei ist der Gesang sehr melancholisch aber auch verachtend und lebensbeneinend. Wenn man sich dann die Texte dazu durchliest, erkennt man, dass sich alles zu einem großen Ganzen zusammenfügt. Leere, durchzogen von Ruinen. Die Musik selber kann eine gewisse Thrash-Note nicht verschleiern, was vor allem bei "Die Schlacht" zum tragen kommt. Aber keine Sorge... so groß, dass sie stören würden, sind diese Einflüsse auch nicht. Die Kassette enthält vier Lieder, von denen mir Lied 2 "Hymne der ewigen Empfindungslosigkeit" (inklusive Flüstern/Klargesang zur Mitte hin) und das letzte "Heimat der Dunkelheit" am besten gefallen. Letzteres würde ich dann auch uneingeschränkt jedem als Hörprobe emfehlen, da sich hier alle Fascetten des Albums wiederfinden - Keifgesang, Klargesang, Thrash-Einfluss, Melancholie, und natürlich hasserfüllter hymnischer Black Metal.

Fazit:
Insgesamt betrachtet auf jeden Fall ein gutes Tape. Ich persönlich hätte mir noch einen oder zwei weitere Songs vom Schlage eines "Heimat der Dunkelheit" gewünscht, das wäre perfekt gewesen. So bleibt eine Kassette, die gut hörbar ist, jedoch auch nicht jeden ansprechen wird (was ja vielleicht auch beabsichtigt ist). Man ist zwar sehr darum bemüht, eigenständig und abwechslungsreich zu klingen, was jedoch auch nicht immer gelingt. Dass hier jedoch auch sehr viel Potential liegt, zeigen vor allem die bereits erwähnten zwei Songs, wenn man in Zukunft daran festhält und es noch weiter ausbaut, kann das wirklich was werden. Die MC ist limitiert auf 100 Stück.

6.5 / 10 Punkte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen