Sonntag, 30. September 2012

Review: Haeckel's Tale (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Nun sind wir also schon bei #012 der Black Edition aus dem Hause Splendid angelangt. Diese hat nun den zweiten, in der Reihe vertretenden Film aus der Kurzfilm-Reihe "Masters Of Horror" zum Inhalt. "Haeckel's Tale" hatte es bei den deutschen Zensoren ja bekanntlich auch nicht einfach, was allerdings auf Grund des Gezeigten doch etwas verwundert. In Sachen Gore und/oder Splatter passiert hier nämlich nicht so wirklich viel. Aber erst einmal zum Film an sich.






Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte aus der Feder von Autor und Regisseur Clive Barker (Hellraiser, Cabal - Nightbreed, Die Bücher des Blutes) und wurde von John McNaughton (kennt man vor allem vom Film "Henry - Portrait of a Serial Killer") realisiert.

Ausgehendes 19. Jahrhundert, New England: der schon lange gehegte Traum und Wunsch des jungen und aufstrebenden Medizinstudenten Ernst Haeckel ist es, verstorbene Menschen wieder ins Leben zurück zu holen. Er experimentiert also mit Leichen, jedoch führen diese Versuche nicht zum gewünschten Erfolg (der eine oder andere Tote geht dabei auch in Brand auf). Als er eines Tages dem fahrenden Gaukler und selbsternannten Nekromanten Montesquino begegnet und einer öffentlichen Demonstration seiner Fähigkeiten beiwohnt, in dem Montesquino einen längst toten Hund wiedererweckt, ist er zwar fasziniert, aber auch abgestossen zugleich. Einerseits auch interessiert und zum anderen zweifelnd. Mehr durch einen Zufall findet er eines abends Schutz in einer abgelegenden Hütte im Wald. Der Gastgeber mit seiner weitaus jüngeren Frau wirkt freundlich, warnt Haeckel jedoch davor, die Hütte nach Anbruch der Dunkelheit zu verlassen, egal was er höre. Haeckel, dessen Neugier natürlich nun erst recht entflammt ist, hört natürlich nicht auf die Worte, und wartet ihm Stillen die Nacht ab. Die Frau des Mannes verlässt das Haus und begibt sich auf den nahegelegenen Friedhof. Haeckel, in Begleitung seines Gastgebers folgen ihr. Was Haeckel dort erblickt übersteigt sein Vorstellungsvermögen bei weitem...

So viel zur Geschichte. Dass dies hier nicht gerade originell ist, wird sich schon herauslesen. Jedoch ist die Umsetzung, trotz aller Kritik, die der Film einstecken musste, interessant. Die ganze Atmosphäre ist wirlich alten britischen Gruselfilmen entlehnt und kommt authentisch rüber, die schauspielerischen Leistungen sind zwar solide, aber nicht überwältigend. Man hat es hier halt mit einem Grusel/Horror-Märchen zu tun, welches sich ganz und gar der alten Schule verschrieben hat. So auch bei den 2-3 Szenen am Ende, weswegen der Film letztlich überhaupt in seiner FSK 18-Version geschnitten wurde. Da hat die Gemahlin des Gastgebers am Ende Sex auf dem Friedhof - mit einem Zombie - genauer mit dem verwesenden Leichnam ihres ersten Gemahls. Dieser Szene wohnen auch noch andere Untote bei, die den Mann dann auch ausweiden, weil er sich dazwischen stellen will. Haeckel wird bewusstlos. Das alles klingt sehr reißerisch, ist im Endeffekt aber eher harmlos und kunstvoll dargeboten. Man merkt der Story aber auch an, gerade wegen den Endsequenzen, dass es eine klassische Barker-Geschichte ist - Gewalt und Sex. Wie dem auch sei, musste für die deutsche Kaufversion rund 1 Minute geschnitten werden - was nahezu die komplette Friedhofsequenz darstellt. Daher allein schon vom Zusammenhang der Geschichte her, nicht zu empfehlen. Die Black Edition enthält den Film zum ersten Mal in ungeschnittener deutscher Fassung mit leichter JK "keine schwere Jugendgefährdung".

Vielleicht nicht der beste Beitrag der "Masters Of Horror"-Serie, trotzdem sehr empfehlenswert für alle, die sich für Filme im Stile alter Gruselstreifen und generell für aussergewöhnliche Gruselmär begiestern können.

7.5 / 10 Punkte

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