Dienstag, 21. August 2012

Review: Karg - Apathie (CD, Obscure Abhorrence Productions)

Die Ein-Mann-Kapelle aus Österreich hat mal wieder ein neues Album draußen. Dies wurde von mir immerhin heiß erwartet, da mich die beiden EP's "Scherben" und "Gedankensplitter", die beide nach den bisherigen Alben "Von den Winden der Sehnsucht" I & II veröffentlicht wurden, regelrecht umgehauen haben. Ob man dieses, zugegebener Maßen hohe Niveau auch auf "Apathie" halten kann, lest ihr nun im folgenden...





Veröffentlicht wurde das Album in schicker Digi-CD Form durch das deutsche Label Obscure Abhorrence. Und ich muss schon sagen, mit Karg hat man sich eine wohl klingende Kapelle ins Boot geholt. Den Stil der Band allgemein und den des Albums im besonderen zu beschreiben, fällt nicht schwer. Es ist zwar in erster Linie eindeutig Black Metal, jedoch spielen hier auch andere Einflüsse mit ein. So ist der sehr viel umfassende Begriff Post Black Metal eigentlich gar nicht mal so abwägig. Für viele ist der Begriff ja eher ein Garant für weichgespülte Emo-Scheiße im Pseudo-Black Metal-Gewand - diese Art von postalem Black Metal jedoch ist eher mit Sachen wie Deathgate Arkanum oder dem immer noch aktuellen ersten Voll-Album "Gehirn zwischen Wahn und Sinn" von Fäulnis zu vergleichen. Was auch direkt beim Hören des ersten Liedes "Von gelebter Ekstase & wüster Raserei" auffällt, ist dass das hier vorliegende Material mit wesentlich mehr Wut im Bauch eingespielt wurde als noch die Vorgänger-Alben - trotzdem ist die Atmosphäre melancholisch wie eh und je. Das setzt sich bei "(Im)Puls" fort... ein sehr geiler und spielfreudiger Song mit sehr viel Liebe zum Detail und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album. "K-E-T-A-M-I-N" ist ein Totalausraster, während "Wie nur ein einziger Tag" eher die melancholische Seite der Band aufzeigt und geradezu hypnotisch mit Keyboards und Akustikgitarren unterlegt ist. "Koma" kann man schon als eine kleine Tributzollung an Burzum ansehen - obwohl im typischen Karg-Stil gehalten. Genial! Den Abschluss bildet "Briefe ans Gestern" und ist sowohl musikalisch ein Rausschmeißer als auch textlich gesehen ein Schlussstrich mit der Thematik des Albums.

Fazit:
Ganz große Sache! Für mich definitiv das beste Album der diesjährigen (Hoch)Sommer-Monate. Keine wirklichen Aussätzer auf dem Album zu verzeichnen, von meiner Seite aus. Wobei "21. August" (wie passend zum heutigen Datum) in meinen Augen schon den schwächsten Song des Albums darstellt, was ihn aber jetzt nicht wirklich zu einem schlechten Lied macht.

9.5 / 10 Punkte

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