Sonntag, 26. August 2012

Review: Imprint (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Es ist mal wieder Zeit für einen Film aus der "Black Edition". Dieses Mal handelt es sich hier um #011, namentlich "Imprint", der von niemandem geringenen als Takashi Miike ("Izo", "Ichi, der Killer", "Audition" etc.) in Szene gesetzt wurde.









Mit seinem Beitrag zur Kurzfilm-Reihe "Masters Of Horror" liefert Takashi Miike ein wahres Monstrum von Film ab. Zunächst einmal sei gesagt, dass allen Unkenrufen zum Trotz, die Gewalt hier nicht als selbstzweckhaftes Medium verwendet wurde, und diese zum Verständis der späteren Moral der Geschichte gerade so hart in Szene gesetzt wurde. Die Härte war hier wohl noch nicht einmal der ausschlaggebende Punkt für die internationalen (!) Zensurbehörden, sondern eher, dass diese in einem äußerst realistischen, keinesfalls übertriebenen Rahmen dargestellt wurde. Aber kontrovers - das waren Takashi's Filme schon immer - sei es im Bereich der Gewalt oder in sexueller Hinsicht.

Der Film ist angesiedelt im Japan des 19. Jahrhunderts. Ein Journalist aus Amerika, der dem Land einst den Rücken kehrte, taucht nun wieder in Japan auf, um seine Geliebte zu suchen. Diese war damals eine Prostituierte. Seine Suche führt ihn auf eine düstere, wild erscheinende Insel, auf der er eine missgestaltete Frau, ebenfalls eine Straßendirne, trifft, die seine Geliebte wohl kannte, und scheinbar sehr gut über sie bescheid weiß... so erzählt sie ihm von ihrem Schicksal...

Mehr über den Film zu verraten, käme schon einem spoilen nahe. Die ganze Szenarie hat etwas düsteres und märchenhaftes. Und genau das ist "Imprint" letztendlich auch - ein Märchen. Ein Märchen allerdings nur für Erwachsene - ganz eindeutig und ohne wenn und aber. Die Erzählungen erfolgen in Rückblenden, so kann man "Imprint" auch durchaus als Episodenfilm bezeichnen, jedoch spielt sich hier eigentlich nur ein Handlungsstrang ab. Die Spielzeit beträgt gerade einmal 64 Minuten, ist schließlich auch ein Kurzfilm - was jedoch in dieser guten Stunde präsentiert wird, da können sich so manch Möchtegern-Bildgewaltigen-Überlänge-Filme nicht dran messen. Solche Itensität und solch bittersüßen Schmerz habe ich selten beim Anschauen eines Filmes empfunden (dies ist wohl auch der Grund, warum ich mir den Film bei weitem nicht sobald noch einmal anschauen werde - da muss man sich doch für in Stimmung begeben). "Imprint ist harter Film-Tobak und nur schwer zu verdauen... (...)" so schreibt es splashmovies.de. Dem kann ich mich nur anschließen. Und wie bereits erwähnt, liegt dies nicht daran, dass die Gewalt einfach überspitzt ist, sondern eher daran, dass sie in realistischem Rahmen abläuft. Das war den Sittenwächtern der FSK wohl auch ein Dorn im Auge und so wurde "Imprint" seiner Gewaltspitzen und kontroversen Bilder für eine "keine Jugendfreigabe"-Einstufung erleichtert. Das sind in Zahlen kann knappen 4 Minuten. Eigentlich eine Blasphemie, da gerade die berüchtigte Folter-Szene eine zentrale Bedeutung für den späteren Verlauf einnimmt. Aber auch die Bilder der toten Föten, die einfach dem Fluss überlassen wurden, sind für das Verständnis nicht unzulänglich. Das kennt man auch von Takashi Miike... so brutal seine Filme auch erscheinen mögen, alles hat bei ihm einen Sinn und nichts ist selbstzweckhaft. Und so hat man nach dem wirklich bedrückenden Ende das Gefühl einer Ohnmacht nah zu sein - halt ein düsteres Erwachsenen-Märchen durch und durch, indem keiner der Charaktere unbeschollten davon kommt. Ein besonderer, aber im wahrsten Sinne des Wortes gewaltiger Film wie ein alles verschlingender Moloch. Anschauen!

9.0 / 10 Punkte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen