Sonntag, 26. August 2012

Review: Gebrechlichkeit - Glanz und Elend (CD, Asatru Klangwerke)

Was haben wir denn hier? Gebrechlichkeit... bei dem Namen klingelt doch etwas bei mir... achja, genau. Gebrechlichkeit, personifiziert durch Chaos, hatte doch mal eine Demo mit dem Titel "Land ohne Wiederkehr". Ob es nun damals außerordentlich gut oder schlecht für eine Demo-Präsentation war, weiß iich gar nicht mehr, aber die Tatsache, dass es sich allein namentlich in mein Hirn eingebrannt hat, sprcht eigentlich für den Tonträger. Auf der anderen Seite steht wohl, dass ich den Werdegang der Band bis zum aktuellen Werk "Glanz und Elend" nicht weiter verfolgte - was in der Regel für mich kein gutes Zeichen ist. Dabei ist das hier vorliegende Album das mittlerweile dritte an der Zahl.


 Was nun die Qualität der vorherigen Werke angeht, so kann ich nicht viel sagen. Aber so wie ich die Demo noch in Erinnerung habe (auch durch diverse Videos - youtube sei dank, hehe), klingt das hier präsentierte Tonmaterial doch recht gelungen. Black Metal in Rohform. Nichts ist hier wirklich schön produziert und auf Hochglanz poliert. Für ein Ein-Mann-Projekt ist die Musik ganz ordentlich, wenngleich das Schlagzeug hier und da doch etwas zu "statisch" klingt. Der Gesang ist gewöhnungsbedürftig, hält aber auch passagenweise durchaus verschiedene Fascetten und Überraschungen bereit, wie direkt beim ersten Lied "Von der Kunst zu leiden". Wirkliche Höhepunkte bleiben jedoch weitestgehend aus, es wird vornehmlich in einer Tour durch gemetzelt. Große Ausnahme stellt der Song "Anti Serafin" dar - dessen Stil kann nämlich als lupenreiner Industrial/EBM angesehen werden, inklusive einiger Samples. "Das Versprechen der Furcht" beginnt sehr Thrash-lastig und geht dann über in einen Midtempo-Black Metal-Song. Die Geschwindigkeit nimmt im Verlauf hier und da nochmals etwas ab, so dass das ganze fast Doom-mäßig wird. Neben dem ersten Lied und dem noch folgenden "Luxuria" eindeutig das Highlight des Albums - auch der letzte Track "Nystagmus" vermag es in der letzten Hälfte zu überzeugen. Einzig der Gesang ist und bleibt weiterhin gewöhnungsbedürftig, wie schon gesagt.

Fazit:
Nun bleiben wir doch mal auf dem Teppich - so schlecht, wie von vielen dargestellt, ist "Glanz und Elend" wirklich nicht! Ich habe schon weitaus grauenvolleres (im negativen Sinne) gehört, als das hier. Trotzdem muss ich sagen, dass dem Album ein Hauch mehr Eigenständigkeit durchaus gut getan hätte. Wenn man unbedingt Vergleiche anführen möchte, so wären das bei mir die erste Berzano-Scheibe "Hell on Earth" oder die etwas aktuellere "Am Horizont die letzten Strahlen" von Frostfinsternis. Zwei CDs, zwei verschiedene Qualitäten - und irgendwo dazwischen befindet sich Gebrechlichkeit.

5.5 / 10 Punkte

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