Montag, 11. Juni 2012

Review: Seed (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Und wieder einmal stelle ich euch einen Film aus der Black Edition vor. Übrigens auch der dritte Film von Uwe Boll in der Reihe.
Gutes Omen?
Man wird sehen...









"Seed" ist nicht nur der Titel, sondern auch der Name des Protagonisten, und der ist sprichwörtlich, wie es schon der Untertitel vermuten lässt, zurück aus dem Jenseits. Max Seed ist ein sadistischer Serienmörder in den USA, wurde von der Polizei gestellt und landet schließlich auf dem elektrischen Stuhl. Nun besagt das Gesetz, dass ein zum Tode Verurteilter, der drei Stromstöße auf "dem Stuhl" überlebt, die Freiheit erlangt. Genau dies geschieht bei der Hinrichtung eben jenes Monsters in Menschengestalt. Während die Scharfrichter und die Angehörigen der Opfer live dabei zusehen, wie der "gute" Mann sich von einer Ladung zur anderen quält und immer noch nicht krepiert, obwohl ihm nach dem dritten Mal Blut aus allen Körperöffnungen zu rinnen scheint. Als der anwesende Arzt also nach dem dritten ausgeführten Stromstoß dem Gefängnisdirektor ein Zeichen gibt, dass er immer noch einen Herzschlag wahrnehmen kann, ordnet dieser an die Hinrichtung abzubrechen und Seed für tot zu erklären. Als die ganzen Anhängsel endlich weg sind, wird im Internen entschieden, wie man weiter mit Seed umgehen soll. Anstatt seinen Körper zu verbrennen oder ihn überhaupt erst einmal tatsächlich zu töten, beschließt man, ihn lebendig zu begraben - was sich jedoch als böser Fehler herausstellt, da alsbald im Gefängnistrakt und in der Umgebung grausame Morde geschehen... und alle Anzeichen sprechen dafür, dass Max Seed sich aus seinem Grab erhoben hat.

Was hier so banal klingt, ist wirklich düster und solide erzählt. "Seed" entstand vor Bolls Geniestreich "Rampage". Ich glaube, man kann schon sagen, dass Uwe Boll mit seinem Werk "Seed" angefangen hat, wirklich gute, oder zumindest wirklich sehenswerte Filme zu machen. Und so kann ich den Werbezitaten auf dem Backcover ausnahmsweise auch mal beipflichten, wie etwa der 'Blickpunkt: Film' mit ihrem "Bester Boll bisher!". Natürlich spielen auch wieder alte Bekannte mit - fast schon übliche Verdächtige sind ja ohnehin Ralf Möller (der den intigranten Gefängnisdirektor meiner Meinung nach ganz solide spielt) und Michael Eklund (der die Rolle des Henkers übernimmt) - dann wären da noch Andrew Jackson (eher durch Ami-Serien bekannt, spielt den zwiegespaltenen Arzt), und natürlich der wichtigste Part von Will Sanderson als Max Seed, dessen Rolle allerdings auch die undankbarste gewesen sein durfte, ist sein Gesicht doch kein einziges Mal im Film zu sehen, da er ständig eine Maske trägt. Letztgenannter Schauspieler dürfte Boll-Fans indes auch nicht ganz unbekannt sein. Die, glücklicherweise meist handgemachten Splatter- und Gore-Effekte stammen von Olaf Ittenbach, der ja auch schon bei "Bloodrayne" für die Effekte verantwortlich zeichnete. Da werden Knochen gebrochen, Schädel eingetreten, Leiber durchbohrt und Schädel mit Hämmern bearbeitet. Alles halt ganz nett. Wobei man nach meinem Geschmack bei letztgenanntem etwas zu offensichtlich die CGI erkennt. Aber knappe 5 Minuten auf ein blutiges Etwas einzuschlagen, was einmal ein menschlicher Schädel war... das hat schon was. Natürlich nur im Film - versteht sich, hehe. Jedenfalls sah die FSK das ganze mal wieder anders und so fehlen in der "keine Jugendfreigabe" Fassung übersatte 7 Minuten! Hier liegt nun zum ersten Mal der Film als komplette Uncut-Version vor. Natürlich komme auch ich bei diesem Film nicht umhin, die Tier-Snuff-Szenen am Anfang zu erwähnen... diese wurden von der PETA zur Verfügung gestellt, doch der direkte Kontext will sich einem dann doch nicht gleich ganz erschließen, und was Uwe Boll mit diesen Bildern, die das Mißhandeln von Tieren für die Lebensmittel- und Schönheitsindustrie belegen, genau sagen wollte, kann eigentlich auch nur er selber beantworten. Aber die Grundhaltung von Boll im filmischen Kontext ist spürbar kritisch, was ich dann auch durchaus in Ordnung finde. In den täglichen Nachrichten und Reportagen bekommt der Normalbürger mehr reale Gewalt (auch gegenüber Tieren, liebe Tierfreunde!) zu Gesicht als hier in diesem Intropart. In diesem Sinne: Anschauen!

8.0 / 10 Punkte

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